RPG-Maker Quartier

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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Fr Jan 23, 2009 16:50 
An Bord der Explorer, Quadrant D-16, Richtung Osten

Lucian kletterte den Mast hinab und beriet sich mit Chlo-Ey. "Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, dass mein Schiff drauf geht. Allerdings möchte ich Alenia helfen. Es ist ein Dilemma!" "Hmm, nicht ganz." "Wieso?" Sie griff zum Rucksack und zur Taube und warf beide hoch. "Rururu, Chum-Chum, ich brauche euch!" Und schon standen Chum-Chum, der blaue Bär, und Rururu, der Phönix, vor ihr auf dem Steuerdeck. Lucian sah die Drei an. "Und jetzt?" "Bring uns in Nähe der Insel, sodass das Schiff in Sicherheit ist. Chum-Chum wird dann auf es aufpassen. Und wir können mit Rururu fliegen." "Ähm, okay?" Er war sich unsicher, vertraute aber Chlo-Ey.
Nach 20 Minuten waren sie soweit. "Was ist, kommst du mit?" Lucian sah Anthony an. "Ihr bringt euch doch selbst um!" war seine Antwort. Chlo-Ey lachte frech. "Wie denn, wenn das Symbol der Unsterblichkeit unser Freund ist?" Anthony zögerte. "Hört mir doch endlich zu! Jakob Krieger ist der gefährlichste Pirat der Welt. Er ist nicht nur stark, er ist auch grausam! Es ist unmöglich ihn zu besiegen!" "Hör auf zu flennen und steig auf, wenn du ein richtiger Mariner bist!" Anthony sah den jungen Piraten an. Es wunderte ihn, dass Lucian so energisch war. Und fragte sich, warum er die Gefahr ignorierte. "Ich halte mein Wort!". Lucians Worte hallten in seinem Gedächtnis wieder. Aber würde er wirklich sein Leben auf's Spiel setzen wollen, um diese Hexe zu retten? "Ich komme mit." Mit diesen Worten stieg Anthony auf den Phönix auf. 'Schließlich will ich wissen, wie stark sein Wille ist.', dachte er.

Küste von Cabola, Quadrant D-17
Saix und Alenia schlenderten in Richtung des Schiffes. Der lange Spaziergang war angenehm gewesen für Alenia, besonders nach diesen Strapazen. "Nebenbei, darf ich mich eigentlich an Reynold und diesen Seemann für meine 'Behandlung' rächen?" "Wenn sie es zulassen, warum nicht?" Alenia lachte. Plötzlich hörten beide Schreie aus der Richtung des Meeres. Saix' Gesicht wurde ernst und auch Alenias Stimmung brach ein. Sie eilten zum Schiff und sahen dem Chaos ins Gesicht:
In Ferne sahen sie Flammen zum Himmel steigen, markerschütternde Schreie hallten über das Meer, sie ließen auf einen schmerzhaften und qualvollen Tod schließen. Plötzlich dringt aus den Flammen etwas heraus. "Was ist das?" Alenia sah Saix an, dessen Gesicht den ernstesten Ausdruck hatte, den Alenia jemals gesehen hatte. "Sieh genau hin." Alenia sah das Ding an, das aus den Flammen stieg. Sie identifizierte es als... "Ein Schiff?!" "Nicht irgendeines, Alenia. Dies ist die Bloody Mary. Jakob Krieger, die Schwarze Sonne." Alenia sah abwechselnd ihn und die Bloody Mary an. "Leutnant! Das Piratenschiff steuert auf uns zu! Was sollen wir tun?", rief jemand. Saix überleggte. "Leutnant?" Alenia sah ihn an. "Verlasst das Schiff! Euer Leben ist wichtiger als ein bisschen Holz!" Alenia sah ihn an. Er hatte einen Plan. "Vorsicht!!!" Plötzlich schrie jemand auf und ein Feuerball raste auf Alenia und Saix zu. Saix wandte sich zu Alenia und schütze sie und sich mit seinem Mantel. Alenia war überrascht von dem schnellen Manöver, sowohl das der Bloody Mary, als auch das des Leutnants. "Leutnant, da kommt noch eine Salve!" Alenia lugte unter den Mantel her und sah wieder einen Feuerball, diesmal größer. Doch ein Schrei durchschnitt die Luft und, ehe man sich versehen konnte, fing ein riesiges Wesen den Ball ab. "Was zum..."
Das Wesen entpuppte sich als ein Phönix, auf dessen Rücken Personen saßen. Alenia sah sich die Personen an. "Lucian!!" Alenia war glücklich ihren besten Freund zu sehen. Sie rannte auf ihn zu und warf sich ihm an den Hals. Lucian, der ganz knapp seinen Stand halten konnte umarmte sie auch. "Alenia! Wie geht es dir? Hat dieser Mistkerl dir was getan? Lass und verschwinden!" Alenia trat zurück. "Nein, Lucian, noch nicht. Wir müssen Saix und seinen Leuten helfen." "Aber Alenia! Sie haben dich entführt! Einfach so!" "Glaub mir, es wird sich lohnen. Er weiß etwas!" Lucian sah in ihre Augen und sah, wie fest ihr Wille war. "Na gut."

"Leutnant Martin, welch Überraschung!" Saix begrüßte den Leutnant des Medialmeeres mit einer leicht aufgesetzten Freundlichkeit, während er noch kleine Flämmchen an seinem Mantel löschte. "Saix! Hätte ich gewusst, dass meine Schiffe und nicht sie vernichtet würden, hätte ich mich wohl eher abgesetzt als hierher zu kommen!", knurrte Anthony als Antwort. "Ich freue mich auch, Sie zu sehen!" Chlo-Ey schritt dazwischen. "Es ist jetzt nicht die Zeit für solche Geplänkel! Wir sollten uns auf die Bloody Mary konzentrieren! Irgendwelche Ideen?"


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Fr Jan 23, 2009 18:03 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

Saix zog sein körperlanges Katana aus der Halterung an seinem Rücken. Die Klinge reflektierte die schwarzpurpurnen Flammen die sie umgaben und besaß in deren Schein etwas Erhabenes. "Ich werde den Narbengrat nicht zurücklassen." "Das musst du wenn du hier nicht mit ihm sterben willst!", schrie Alenia ihn an. Lucian griff nach ihrem Arm. Sie drehte sich zu ihm und sah, wie er nur still den Kopf schüttelte. "Ich wünschte es wäre so.", antwortete Saix. "Und ich erst! Aber leider scheint diesen Drecksack sowieso nichts ums Leben zu bringen!" Anthony hatte die Fäuste geballt und starrte Saix mit hassenden Augen an. Allein hatte er keine Chance und ohne Montraínt schienen die anderen nicht zu flüchten. "Es reicht jetzt! Das ist nicht der richtige Moment um sich gegenseitig in den Rücken zu fallen! Wir müssen hier weg! Jetzt!" Anthony ergriff die Chance, die Chlo-Ey ihm mit ihrem Schrei ermöglicht hatte und rannte los. Er stieß sie beiseite und griff nach Lucian. Saix drehte sich schockiert um und sah, wie Anthony Lucian im Nacken packte und zur Seite warf, dann holte er weit aus um Alenia bewusstlos zu schlagen, doch Lucian stieß ihm seinen Stab in das auf sie herabstützende Handgelenk und vereitelte seinen Hieb gezielt. Ein dumpfes Knacken war zu hören und der junge Marineleutnant schrie schmerzverzerrt auf, während er sich mit der Linken das Handgelenk hielt. "Aarh! Bastard!", kreischte er. "Alenia! Ist alles ok?" Saix war an ihre Seite getreten. Er stütze Chlo-Ey und hatte eine sichtbare Sorgenfalte auf der Stirn. Sorgen. Sie nickte knapp und half Lucian auf. Chlo-Ey wischte sich mit den Handrücken Speichel und Blut von der Unterlippe und sah zittern zu dem schwarzen Schiff hinüber, dass über alle Weltmeere als das tödlichste der Welt bekannt war. "Alenia, pack dir deinen Freund und das Mädchen und dann lauft in den Wald! Wir treffen uns an dem alten Schrein an dem wir vorhin gewesen waren, du weißt wo ich meine!" "Ja!", hörte sie sich antworten und rannte los. "Ich komme nach, macht euch keine Sorgen! Es ist wichtig, dass ihr überlebt!", rief er ihnen hinterher, dann traf ihn ein Schlag am Hinterkopf und er wankte mit verschwommener Sicht einen Schritt nach vorn, bevor er auf die Knie stürzte und einen weiteren Schlag spürte. Blut spritzte ihn bei dem zweiten Aufprall aus Mund und Nase und als er sich versuchte umzublicken sah er, wie Anthony mit einem faustgroßen Stein in der linken Hand über ihm stand und erneut zum Schlag ausholte. Er ist besessen. Von schwarzen Feuer beseelt. "Stirb!", kreischte Anthony und ließ die Hand hinabsausen. Saix ließ sich im allerletzen Moment zur Seite fallen, ergriff Anthonys Knöchel und brach ihn unter der gewaltigen Kraft seiner Pranken. Er knickte zusammen, stürzte auf die Hüfte und schlug sich die Schläfe an jenem Stein auf, der ihm beim Sturz aus der Hand gefallen war.
Eine weitere Salve schwarzen Feuers fiel wie ein tödlicher Regen auf sie nieder. Nein!

Der Sand schmolz unter der Hitze der Flammen. Alles war still und absolut finster. Nur das leise Lodern und Knistern der Flammen war zu hören. Der Narbengrat stand daneben im eiskalten Meer lichterloh in Flammen. Saix kniete neben Anthony im geschmolzenen Sand. Seine Handflächen kochten unter der aufsteigenden Hitze und Antonys Kleidung war mit dem Stand regelrecht verschmolzen. Die Tränen auf Saixs Wangen drohten zu verdampfen, ehe sie ihm vom Kinn tropfen konnten. Übrig blieben nur kleinste Überreste von Salzen und Dreck. Plötzlich durchstoß ihn ein Gedanke wie ein himmlischer Speer und er warf sich Antony über die Schulter während er taumelnd auf das Schiff zurannte. Meine Schöpfung! Mein Lebenswerk! Mein Sohn! Nein!

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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Fr Jan 23, 2009 23:41 
Cabola, Kreuzpunkt C/D 17/18

Alenia, Lucian und Chlo-Ey rannten den Weg entlang. Sie ließen das Schiff gerade hinter sich, als Alenia die Flammen bemerkte. "Nein, Saix!" Alenia wollte gerade umdrehen, als Chlo-Ey ihren Arm festhielt. "Nein, Alenia. Er sagte, dass wir gehen sollen. Führe uns einfach zum Tempel und höre auf das, was er sagt!" Alenia sah die Kleine an. Sie wünschte, sie könnte Saix helfen. Er wusste etwas, über sie, ihre Mutter, über ihr Leben. Und sie wollte es auf jeden Fall hören. Aber wenn er es so wollte... "Also gut, lasst uns weiter gehen."

Sie folgten dem Weg in eiligem Schritt in Richtung Nordost. Alenia führte die Truppe, immer mit Gedanken bei Saix. Lucian und Alenia tauschten ihre Erfahrungen aus (Lucian schäumte über vor Wut, als er von Alenias Misshandlung erfuhr). Aber letztlich überwiegte die gute Laune des Wiedersehens Sie mussten einige Höhenunterschiede überwinden, bis sie zum Tempel kamen. "Hier sind wir!" Als sie den letzten Hügel erklommen hatten, erblickten sie den Tempel. Oder vielmehr die Tempelstadt. "Wow!" Lucian fielen beinahe die Augen heraus. "Erinnert mich an meine Heimat - nun, bevor sie mich umbringen wollten!" Chlo-Ey stand verlegen da. "Kommt mit!" Alenia lief den Weg den Berg runter, die anderen folgten ihr. Sie kamen in die Stadt und machten es sich an einem Baum gemütlich. "Wo sind wir hier, Alenia?" Lucian sah seine Freundin an. "Dies ist die Tempelstadt Moraté. Saix zeigte sie mir heute morgen. Sie war der kulturelle Mittelpunkt Cabolas, bevor es passierte." Chlo-Ey, die inzwischen auf einem Ast lag, sah sie an. "Es?" "Saix hat mir nicht viel gesagt. Er war recht verhalten." Lucian dehnte sich. "Saix sagte doch, wir sollten zu einem Tempel." "Sind wir." "Und wo ist der dann?" Alenia lächelte und zeigte auf den Berg. "Da!" "Auf dem Berg?" Alenia schüttelte den Kopf. "Davor?" Alenia schüttelte wieder den Kopf. "Du meinst doch nicht..." Alenia nickte und blickte zum Tempel, der groß und grün über der Stadt thronte.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Sa Jan 24, 2009 21:05 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

Unendlicher Schmerz brannte in Anthonys Gliedern, sein Augen sahen nichts mehr, sein Glieder gehorchten ihm nicht.
Er spürte, dass ein großer Teil seines Bauchbereiches bis zu den Innereien verbrannt war, aber noch war er nicht
tot. Er hing wie ein geschlachtetes Tier auf Saix Rücken, der noch immer auf das Meer und sein brennendes Schiff
zurannte. Schwarze Flammen umringten sie beide, den Strand und brannten sogar noch ein wenig auf
dem Meer.
Anthony stand kurz vor dem Ende. Mit letzter Kraft erbrach sein Körper einige verbrannte Fleischfetzen, bevor
die Atmung aussetzte. Anthony zählte seine letzten Atemzüge. 3....2.............1........
Der letzte Lebenshauch verließ ihn und errutschte von Saix Schulter in die Brandung. Sein Körper gekühlt
von den nassenWellen.
Anthony Martin, 4. Leutnant des Medialozeans, Flaggschiff "Dorian May", junges Talent, war tot.

Kontinent Shandoria, Quadrant F-16, Marinestützpunkt

"Was?", rief Barnes erschreckt, was gar nicht zu seiner sonst so ruhigen Art passte. Die anderen Offiziere am
großen Tisch in der Beratungshalle des Marinestützpunktes sahen ihn vorwurfsvoll an.
"Nun, Offizier....", entgegnete einer der 5 Leutnants an der spitze der Tafel. "Ich fürchte, es ist die
Wahrheit!"
"Aber das kann doch gar nicht sein!", rief Barnes und sprang auf. "Nur ein Schiff..."
"Setzen sie sich Barnes!", murmelte der Offizier neben ihm genervt.
"Nicht irgendein Schiff!", rief ein anderer Offizier und stand ebenfalls auf. "Die Bloody Mary!"
Eine wilde Diskussion brach am Tisch los.
"Das ist lächerlich!", brüllte einer der Leutnants in das Stimmengwühl. "Die Bloody Mary wurde zuletzt
im Medialozean gesehen! Niemals könnte sie diese Distanz in so wenig Zeit zurücklegen."
"Ach ja?", kam es von den Offizieren. "Krieger ist ein Teufel! Jeder weiß das! Er wird uns alle
vernichten, genau wie die Flotte von Leutnant Martin!"
"Das ist nicht alles...", stammelte Barnes, die Hände auf den Tisch gestützt. "Die Narbengrat war in
der Flotte."
Dies brachte die Diskussion zum eskalieren. Einige schlugen die Hände über dem Kopf zusammen,
andere setzten sich schockiert hin, die meisten jedoch schrieen in Verzweiflung und Panik.
"Ruhe!", brüllte einer der Leutnants. "Gottverdammt RUHE!"
Die Gemüter beruhigten sich langsam wieder.
"Es ist richtig....", begann der Leutnant, den Barnes als Leutnant Gardener
erkannte. Er war bereits seit zehn Jahren in der Marine tätig und hatte nach Deyk das größte Schlachtschiff der gesamten
Flotte.
"Es ist richtig, dass Martins Flotte inklusive der Narbengrat angegriffen, und darüber hinaus
höchstwarscheinlich zerstört wurde. Wir konnten noch keine genauen Angaben über die
Überlebenden sagen, doch es wird vermutet, dass sie alle auf dem Grund des Meeres liegen."
Niemand sagte mehr ein Wort, als Gardener sprach.
"Nichtsdestotrotz dürfen wir unter keinen Umständen, ich wiederhole unter keinen Umständen
unüberlegt handeln. Krieger hat dies geplant, bitte bedenkt das!"
Ein Offizier sprang auf und funkelte Gardener böse an. "Sollen wir uns das einfach so gefallen
lassen? Ich sage, wir mobilisieren alle verfügbaren Truppen und jagen diesen Krieger
zum Teufel!"
Zustimmendes Gemurmel kam vom Offizierstisch. Barnes jedoch sagte nichts.
Er konnte es noch nicht fassen, das ein Schiff eine ganze Flotte restlos ausradierte.
"Und wenn es uns genau so ergeht wie ihnen?", entgegnete Gardener erzürnt. "Ohne
eine Strategie werden wir genau so elendig verenden wie Martin!"
Gardeners Ausruf weckte Zornesgefühle in Barnes. Vor seinem geistigen Auge sah er
seinen alten Leutnant vor Krieger niederknien und um Gnade flehen...
Er schüttelte den Kopf. Das war doch lächerlich...

Die Besprechung dauerte den ganzen Abend bis in die frühen Morgenstunden. Barnes saß in
seinem Offiziersquartier und dachte nach. Martin war stets sein Vorbild gewesen. Ein junger,
engagierter Kämpfer, der seine Männer schätzte und sein Handwerk verstand. Er selbst war
anders... Ruhiger, vorsichtiger... Er wusste, dass auch er Qualitäten besaß, doch
zusammen hatten sie sich stets ergänzt. Wenn sie der Dienstgrad nicht getrännt hätte,
vielleicht wären sie sogar Freunde geworden.
Die Marine hatte entschlossen, einen Schlag gegen Krieger auszuführen, woraufhin
Gardener erzürnt den Saal verlassen hatte. Bald würde eine acht Schiff starke Flotte auslaufen
um die Bloody Mary zu stellen.
Barnes war von der Mission ausgeschlossen, da man vermutete, sein persönlichen Gefühle würden
seine Auffassungsgabe trüben.
Es klopfte. "Offizier!", rief eine Jungenstimme. Barnes öffnete und sah einen der Schiffsjungen
der Narbengrad in der Tür stehen, der zurückgelassen wurde um seine Ausbildung
zu beenden. Er fiel gleich mit der Tür ins Haus.
"Ich glaube, es ist falsch, dass Martin tot ist!", sprudelte es aus ihm heraus. Barnes holte
ihn interessiert hinein und der junge erzählte von Montraínts ungewöhnlichem Zwischendasein,
dass er nicht in der Lage sei zu sterben, und dass er diese Fähigkeit weitergeben konnte.
"Ist das wahr?", entgegnete Barnes geistesabwesend. "Ist so etwas möglich...?"
"So wahr ich hier stehe!", erwiderte der Junge.
"Du kannst gehen...", murmelte Barnes. Er wartete bis die Tür ins Schloss fiel, dann sah er auf
seine Handfläche. Er schloss die Augen und weiße Flammen brannten aus seinen Fingerspitzen, tauchten
das Zimmer in ein goldenes Licht und verbreiteten eine wohltuende Wärme.
"Es gibt also noch mehr...", murmelte er leise und sah in die Flammen.


Zuletzt geändert von Lonesome Wanderer am So Jan 25, 2009 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Sa Jan 24, 2009 23:14 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

Während der Narbengrat im schwarzen Lodern im Meer versank schleppte Saix sich über den breiten Strandstreifen, der die Insel wie ein klaffendes Atoll umgab. Auf seinen breiten Schultern stemmte er die massive Holzkiste auf deren Deckel noch der geschmolzene Stumpf der alten Kerze verharrte. Anthonys lebloser, halb verbrannter Leib lag dürr und ausgekült darauf. Seine Beine schwankten bei jeden von Saixs Schritten hin und her, ein Stiefel war ihm vom Fuß ins Meer gefallen. Der Sand wurde tief in den Boden gepresst, als sich Saixs schwere Stiefel in ihn gruben. Er blickte noch einmal kurz aufs Meer hinaus. Die Bloody Mary war wie vom Erdboden verschluckt. Weiß der Geier wo er hin ist. Ich wills ja gar nicht wissen. Marine hin oder her.
So schleppte er sich fast eine Stunde lang über den Strand, durch den dichten Wald bis hin zu einer kleinen Lichtung. Er schulterte die Truhe ab, legte Anthonys Leichnahm beiseite und kniete vor der Truhe nieder. Mit einer raschen Bewegung fegte er die Kerze vom Deckel und öffnete ihn. Als seine flüsternden Worte aus seinen schmerzverzerrten Lungen traten wurde es still. Jeder Volgelruf verstummte, ein jeder Ton erstickte im Keim. Ein Augenpaar blitzte im Dunkeln hell auf und schwarze Schatten drangen ihnen wie Teer aus den Tränendrüsen, ergossen sich auf dem kalten, vermummten Gesicht wie ein Schwall schäumender Gischt. Saix lächelte beim Anblick seiner Kreation. "Du weißt wieso du hier bist.", flüsterte er. "Weil die Hölle mich nicht wollte.", kam die Antwort rau und leblos. "Die Luft ist voll von Seelen Meister." "Ja. Und da ist noch mehr, kannst du es spüren?", fragte Saix und blickte mit leicht erhobenem Kinn dem Monster vor ihm entgegen. "Schatten... Feuer... Ich... Ich... Meister! Es ist..." Er fiel auf die Knie, griff sich an die Schläfen und begann zu schreien. "Ja, er war hier. Es sind die Seelen tapferer Männer die in der Schlacht für ihr Land starben." Saix legte ihm eine Hand auf die Schulter und lächelte. "Sie sind nicht sinnlos gestorben. Sie werden uns noch wunderbare Dienste leisten."

Obwohl es kaum ein paar Stunden waren, schienen Tage um sie herum vergangen zu sein. Diese Insel selbst war von etwas Seltsamen beseelt. Niemand konnte genau sagen von was es ausging aber eine eindeutig fremde Macht lebte in den Tiefen der Gebirge dessen Gipfel bis in die Wolken ragten. "Meister?" "Ist es nicht seltsam? Sie sind so verletzlich, so zerbrechlich. Und sie stützen sich dennoch vollkommen selbstlos in den Tod. Für Andere. Für ihre Familie, Freunde... für die Liebe..." Saix zog den letzten Faden fest, biss ihn durch und betrachtete sein Werk. Der Hüne hatte recht. Die Luft war gefüllt mit den Seelen toter Soldaten doch im Moment wirbelten sie wie ein statisch geladener Sturm um Saix Körper herum, wanden sich um seinen Arm und strömten an seiner Handfläche entlang in Anthonys leblosen Körper, auf dessen zusammengeflickten Brustkorb Saixs Hand ruhte. "Erhebe dich unter dem Licht der Sterne. Verdiene dir das Feuer das in deinem Herzen brennt und erinner dich dan das Angesicht deines Vaters. An das Angesicht aller Väter!"
Das erste was Anthony spürte als er erwachte war gleichzeitig das Letzte was er gespürt hatte als sein Herz aufgehört hatte zu schlagen. Unbeschreibliche Schmerzen. Sein erster Atemzug klang wie ein unheilbringendes Stöhnen aus der Hölle es war als würde er aus einem furchtbaren Alptraum erwachen. Einem Alptraum der nie enden würde...

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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: So Jan 25, 2009 10:30 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

Anthonys Lungen brannten, jeder Atemzug schmerzte unbeschreiblich und bei jedem Atemzug war er sich
sicher, es sein sein letzter. Er konnte nichts sehen, seine Augen waren verbrannt. Er wollte seine Finger
bewegen, doch sie waren nichts weiter als verkohlte Stümpfe. Er konnte es nicht erklären, doch
er spürte jemanden neben sich, den er aber nicht sehen konnte. Er versuchte herauszufinden, woher
diese Eingebung kam und je mehr er sich auf das Gefühl der bekannten Präsenz konzentrierte, desto
klarer wurde sie.
Anthony richtete sich ruckartig auf und drehte sich in die Richtung, in der er Saix vermutete.
"Montraínt!", schrie er heiser und schmerzerfüllt, bevor sein Körper ihm erneut nachgab und
ihn zu Boden zwang. Er wünschte sich nichts weiter, als zu sterben, doch selbst das gelang ihm nicht.
"Montraínt sie Dämon...", keuchte er. "Das hier ist ihr Werk nicht wahr?"


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: So Jan 25, 2009 14:02 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

"Ruhig mein Junge. Das wird schon wieder." Anthony knurrte, doch durch seinen blutverkrusteten, rauen Rachen klang es wie ein düsteres Krächzen. "Kaufmann, McGrahamm, Rozalés, Van Kreuzhof... ... Reynold..." Saix stöhnte einen unendlich langen Moment ein entsetzliches Seufzen und kniete sich neben Anthony nieder. "Ihr habt in dieser Schlacht nicht als Einziger alles verloren was ihr besaßt." "Schnauze! Das einzige was ich noch habe" "Ist den blödes, loses Mundwerk? Die Ratten riechen deinen Gestank bis an die Küste du Wurm." "Reynold!", schrie Saix und sprang auf. Und noch im selben Moment blieb er wie erstarrt als er seinen Zustand vermerkte. Sein rechter Arm war im bei der ersten Explosion zerfetzt worden, das linke obere Viertel seines Kopfes fehlte und er schien schrecklich zu humpeln. "Da bin ich ja mal gespannt wie sie mich diesesmal zusammenflicken wollen Kapitän." "Es... es tut mir leid Joseph! Ich habe ihn noch kommen sehen ich...", Saix liefen die Tränen. "Nein, entschuldigen sie sich nicht bei mir. Versuchen sie sich vor ihm zu rechtfertigen!" Reynold warf Saix den verstümmelten Körper Miguels entgegen. Er schnappte aus einem Mund nach Luft, der eher einem ensetzlich entstellten, klaffenden Loch ähnelte. "Ka...pit..än..." "Oh Gott! Mein armer Junge..." Beim Anblick des jungen Miguels brach er vollständig in sich zusammen. Er sprang auf, rannte ihm entgegen und nahm in in den Arm. "Nein... nein... das wollte ich nicht... was habe ich dir nur angetan..." "Ra...che... Kapi...tän..." "Als ich ihn fand war das Einzige was er von sich gab "Rache" und dunkles Blut. Kapitän... ich glaube nicht, dass er sich an euch rächen will." Saix nickte. "Ich kann euch nicht beide retten... dafür sind die Verletzungen zu schwer..." "Kapitän. Es ist das letzte was ich je gewollt hätte. Aber ich sehe es als die einzige vernünftige Lösung. Seht mich an, ich bin nicht weiter als ein halbblinder Krüppel.", lachte er. "Gebt ihm das Augenlicht was ich noch habe. Gebt ihm meine Kraft. Und... Miguels Fleisch... Sodass wir in seinem Leib unsere Rache finden werden..." "Und euren Frieden. Es ist euer Wunsch, verstehe ich das richtig?" "...ja", kam es wie aus einem Munde. Dann schloss Saix die Augen und die Herzen seiner beiden Kameraden hörten augenblicklich auf zu schlagen. Es ist auch das letzte was ich mir gewünscht habe Joseph...

Saix arbeitete die ganze Nacht daran Miguel und Reynold mit Anthonys verkrüppelten Körper zu vereinen um ihm zu seiner alten Kraft und Schönheit zu verhelfen. Zwar war er auf dem linken Auge blind und sein Herz war nicht ausschließlich das Seine. Doch sein linker Arm war hunderte Male stärker als zuvor. Und der Kampfgeist der in ihm tobte, war nun der, dreier junger Männer die nach Rache lüsterten.

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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Mo Jan 26, 2009 16:15 
Küste von Cabola, Quadrant D-17

Ein schrecklicher Moment der Stille legte sich über die Küste, dann war das
makabere Werk vollbracht. Die Überreste von Reynold und Miguel waren nichts
weiter als Aschehaufen, die langsam vom Wind abgetragen wurden.
Anthonys Atem wurde ruhiger und sein rechtes Auge öffnete sich langsam.
Der Strand von Carbola war weiß, der Himmel stahlblau und die Wellen rauschten
im gleichmäßigen Takt der Böen gegen das Ufer.
Als Anthony diese Schönheit wahrnahm, vergaß er einen Moment die Lage,
in der er sich befand, holte tief Luft und stand auf. Er wusste,
dass ab diesem Moment, nie wieder etwas Schönes in seinem Herzen
Platz haben würde. Er sah Saix an.
"Ich werde euch das nie verzeihen...", knurrte er und wandte sich ab.
Er hob ein Messer auf, das an den Strand gespült wurde, nahm es zwischen
zwei Finger seiner linken Hand und schleuderte es gegen einen Felsen, der auf
dem Strand lag.
Das Messer traf auf den Felsen, zerbrach in tausend Stücke und hinterließ einen
gewaltigen Riss im mächtigen Felsen. Anthony knackte mit dem Handgelenk.
"Wir werden ihn töten...", murmelte er und wandte sich wieder an Saix.
"Das werden wir", entgegnete dieser.
"Doch zuerst...", begann Anthony.
"...brauchen wir ein Schiff", ergänzte Saix und ohne ein weiteres Wort zu wechseln
begaben sich beide in den dichten Dschungel Carbolas.

Kontinent Shandoria, Sel Nayda

Barnes stand auf dem Marktplatz der großen Stadt. Er hatte, ohne
eine Genehmigung seines Leutnants einzuholen, den Marinestützpunkt
verlassen um ein ziviles Schiff zu finden, mit dem er seine Suche
nach Anthony beginnen könnte.
Er hatte sich schlicht in ein Hemd und eine Leinenhose gekleidet, um
keine Aufmerksamkeit zu erregen. Sein Hab und Gut hatte er in seinen
alten Seesack gepackt, den er auf dem Rücken herumtrug.
Die Suche nach einem Schiff gestaltete sich jedoch als schwierig.
Dass es in Sel Nayad keine Schiffsbauer gab, war nicht verwunderlich,
doch das war es auch nicht, was Barnes suchte. Die meisten Schiffe
wurden im Auftrag eines Adeligen oder Gelehrten gebaut und auch nur
an solche weitergegeben. Er musste also einen Gönner finden, der
ihm ein Schiff zur Verfügung stellte.
Er betrat eine der vielen Tavernen und setzte sich an die Bar, während
er seinen schweren Seesack herumwuchtete.
"Ein Bier...", murmelte er abwesend, legte ein paar Münzen auf den
Tisch und verfolgte dann die Unterhaltung neben ihm.
"Die Bloody Shark! Einfach so versenkt!", meinte einer der Männer und
gestikulierte wild.
"Deyk selbst ist nur knapp mit dem Leben davongekommen!"
"Und Wydental bricht noch heute zum Marinestützpunkt auf?", fragte der andere Mann.
"Ja! Man munkelt er würde selbst losfahren, um die Ereignisse zu
untersuchen!"
Barnes zuckte innerlich zusammen. Das war seine Chance! Wer immer
dieser Mann war, er hatte Zugang zu einem Schiff und zu Autoritäten
der Marine. Er packte sich seinen Seesack und verließ das Gebäude,
einen recht verdutzten Wirt zurücklassend.
Barnes wusste, dass er Wydental finden musste, um schnellstmöglich die
Segel setzen zu können.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Mo Jan 26, 2009 18:53 
Cabola, Antike Stadt, mittig im Quadrant C18

Die Sonne schien hell vom Himmel hinab. Es waren inzwischen Stunden seit ihrer Ankunft vergangen und Alenia, Lucian und Chlo-Ey hatten die Stadt nach Spuren oder gar Schätzen durchsucht - ohne Erfolg. Sie kamen wieder an ihrem Anfangspunkt, dem großen Baum, an.
"Hier herrscht ja gähnende Lehre!", sagte Alenia ein wenig enttäuscht. "Da denkt man, dass es gerade in so einer antiken Stadt Schätze geben müsste - und man wird eines Besseren belehrt!"
"Wir haben zumindest eine alte Ruinenstadt entdeckt - das muss man uns ja wohl lassen, oder?", entgegnete Chlo-Ey ihr. Lucian sah sie an.
"Nja~, letztlich kannte Saix sie ja schon. Also haben wir sie ja nicht wirklich entdeckt."
"Apropos Saix - ich habe das Gefühl, dass er meine Mutter kennt. ... Vielleicht auch näher als man sich denkt." Lucian und Chlo-Ey sahen sie fragend an. "Er kannte sie."
"Das tut so gut wie jeder, Alenia."
"Ja, schon, aber er kannte sie so gut, dass er sie nicht als Mutter einschätzen konnte."
"Nun, meine Liebe, das kommt daher, dass man berühmt-berüchtigten Piraten eigentlich keine elterlichen Gefühle zutraut."
"Ahh! Ich mein doch, dass er nicht etwa wie über jemanden sprach, den er jagt oder so ähnlich. Er sprach über sie, als sei sie..." Alenia war sich unsicher beim nächsten Wort. "eine Freundin."
Chlo-Ey und Lucian sahen sich an.
"Ich denke, du solltest dir jetzt keine Gedanken machen - weder Saix noch deine Mutter sind hier, um dir Fragen zu beantworten." Lucian trat auf sie zu und legte seine Hände an ihre Schultern. "Was hälst du davon, wenn wir den Tempel begutachten. Wir haben doch eh nichts anderes zu tun, oder?" Alenia nickte. Und alle drei machten sich in Richtung Tempel auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Mo Feb 02, 2009 20:47 
Gebirge in Cabola, Quadrant E-18

Seit zwei Tagen waren Anthony und Saix nun schon ohne Rast unterwegs, doch bis
jetzt hatten sie keinen Erfolg dabei, irgendeine Form von Zivilisation zu entdecken.
Ihr Plan war es, eine Stadt auszumachen und ein Schiff in Besitz zu nehmen, koste
es, was es wolle. Gewalt war Anthony mittlerweile ein ebenso rechtes Mittel,
wie Diplomatie.
Auf einer kleinen Anhöhe, die eben genug war, um ein Lager aufzuschlagen machten
sie Halt. Ihre unsterblichen Körper mochten nicht erschöpfen, ihr Geist tat es jedoch
sehr wohl und gerade Anthony hatte noch immer Probleme damit, nicht regelmäßig zu
schlafen.
"Was jetzt?", knurrte Saix und blickte in die untergehende Sonne.
"Woher soll ich das wissen?!", schnauzte ihn Anthony an und trat eine Staubwolke
vom Boden auf. "Jeden Tag, den wir hier verbringen entfernt uns von Krieger!"
"Ich weiß", entgegnete Saix ruhig, aber dennoch besorgt.
"Wir brauchen ein Schiff...", murmelte er leise.
Die Anhöhe, auf der die Beiden standen lag nahe der Spitze einer Gebirgskette, die
die anderen um ein paar Meter überragte und so hatte man einen guten Blick über
die Insel.
"Es gibt noch einen Marinestützpunkt!", murmelte Saix weiter vor sich hin.
"Aber der ist auf der anderen Seite der gottverdammten Insel!", bellte Anthony und lies
sich auf die Erde fallen.
"Bis wir dort sind kann Krieger die ganze Welt erobern!"
"Immer noch besser, als hier rumzusitzen und nach eingebildeten Städten zu suchen!", brüllte
Saix nun seinerseits zurück.

Die Diskussion ging den ganzen Abend, bis Anthony zu müde wurde, um weiterzumachen
und wie paralysiert einschlief. Dennoch, der Stützpunkt im Norden, sofern Krieger ihn nicht auch
zerstört hatte, war ihre einzige sichere Möglichkeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Fr Feb 06, 2009 0:06 
Die drei jungen Piraten kämpften sich durch den stark bewachsenen Weg zum Tempel. Die Pflanzen versperrten den Weg und wurden, je näher sie dem Tempel kamen, immer dichter. Doch letztlich ereichten die Drei ein großes Tor, waden Zugang zum Tempel versperrte.
"Und nun?" Alenia fühlte sich wörtlich wie der Ochs vorm Berg. Chlo-Ey untersuchte das Tor. "Hmm, hier sind Symbole drauf." "Kannst du sie entziffern?" Lucian sah sie hoffnungsvoll an. "Nicht ganz. Es sind ja nun keine Zeichen meiner Heimat. Aber ich erkenne, dass das Tor mit einem Mechanismus geöffnet werden muss. ... Hmm ... Ah ... Oho! .. Na, wenn das so ist!" Alenia und Lucian schauten Chlo-Ey sahen verwundert an. "Ich hab's!" Chlo-Ey richtet sich auf. Und tritt einmal kräftig gegen das Tor, welches sich knarrend öffnet. Lucian und Alenia sahen sich verwundert an, sagten aber nichts.

Die drei betraten den Tempel. Und wunderten sich nicht schlecht: Der Berg, in dem der Tempel lag, war komplett ausgehölt. Vom Eingang führte ein Weg freischwebend zu einer Plattform in der Mitte des Gewölbes. Von dort führten wiederum drei Wege weg. Langsam betraten die drei den Weg vor ihnen. "Man, geht das hier tief runter. Ich seh ja nicht einmal den Boden.", sagte Lucian an, während er über den Wegesrand schielte. "Ebenso wenig wie von der Decke.", ergänzte Alenia. Die drei begaben sich zur Plattform am Ende des Weges. Eine runde Säule, circa einen Meter hoch, stand in der Mitte der Plattform, wieder mit Inschriften verziert, aber auch mit einem Rad oben auf der Fläche ausgestattet. Chlo-Ey sah sich die Zeichen an. Dann griff sie zum Rad und drehte einmal um 90° nach rechts. "Chlo-Ey! Was machst du da?", brüllten Lucian und Alenia fast gleichzeitig. "Am Rad drehen." Einen Moment später bebte die Plattform und sie begann sich inklusive der Wege an ihr zu drehen. "CHLO-EY!" Alenia und Lucian waren erbost über diese scheinbare Blauäugigkeit ihrer Gefährtin. Doch es blieb keine Zeit zum diskutieren, denn die Plattform hatte gestoppt und befand sich nun knapp 2 Meter höher als das inzwischen wieder verschlossene Eingangstor. Fackeln waren entzündet und tauchten die Halle in ein schummeriges Licht. "Und nun?" Alenia sah sich um. "Seht mal!" Sie zeigte auf das Ende des Weges, über den sie zur Plattform gelangt waren. Dort war ein weiteres Rad wie das in der Säule befestigt. "Wartet!" Chlo-Ey hockte wieder vor der Inschrift. "Es heißt: 'Die Welt dreht sich um der Elemente Achse.' " "Und was soll uns das sagen?", fragte Lucian verwundert. Chlo-Ey sah ihn an und lächelte wissend. "Ich hab keine einzige Idee." "Wie wäre es denn dann, wenn wir einfach das Rädchen da drüben nochmal drehen?", fragte Alenia in die Runde. "Okay, ich gehe dann." Lucian schritt auf den Weg zu und wollte ihn betreten. Er stand vorm Weg. Und blieb dort auch stehen. "Was ist?" Alenia sah ihn an. "Ähm, so doof das jetzt klingt: Ich kann den Weg nicht betreten." "Wie jetzt?" "Es ist, als würde etwas mich wegdrücken wollen." "Ach,lass mich mal." Alenia ging auf den Weg zu. Und konnte auch nicht weiter gehen. "Das gibt's doch nicht!" "Sind euch beiden Clows eigentlich die Zeichen auf dem Boden aufgefallen?" Chlo-Ey zeigte auf Zeichen, ein wenig von der Gruppe entfernt auf dem Weg. "Was steht denn da?", fragte Lucian, nachdem er sich wieder richtig auf die Plattform stellte. "Soweit ich das erkennen kann steht hier: 'Metall verboten.' " "Dieser Tempel ist seltsam.", bemerkte Alenia nüchtern. Chlo-Ey versuchte nun auch den Weg zu betreten und schaffte es auch. "So seltsam auch nicht. Man muss nur der Gebrauchsanweisung folgen." Sie lief auf den Schalter zu. "Hast du schon mal von einer Gebrauchsanweisung für alte Tempel gehört?", fragte Alenia Lucian flüsternd. "Nein, nicht wirklich.", antwortete er.

-FORTSETZUNG FOLGT-


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 Betreff des Beitrags: Re: The Seven Storythread
BeitragVerfasst: Mi Feb 11, 2009 13:13 
Marinestützpunkt Cabola, Quadrant C-15

Ein gleißender Lichtstrahl schoss aus dem unteren Fenster des
Gefängnisturmes. Das Fenstergitter stand in hellen Flammen, die das Licht
auf atemberaubende Weise widerspiegelten und eine unbegrenzte
Farbvielfalt offenbarten. Schnell schmolz das Gitter unter den
erbarmungslos heißen Flammen dahin, doch als das Feuer
verschwand, kühlte auch das Metall schnell wieder ab.
Barnes steckte seinen Kopf durch das Fenster und kletterte hinaus.
Glücklicherweise war der Gefängnisturm des Marinestützpunktes so
uneben gebaut wie eine alte Birke, weswegen Barnes mit
Leichtigkeit den Boden erreichte.

Schnell lief er durch die noch völlig verwirrte Menschenmasse, die den
Gefängnisturm beobachtete, doch am Tor fing ihn ein Trupp Marinesoldaten
ab.
"Joan Barnes!", brüllte der Kommandeur und sein Gesicht wurde rot.
Barnes blieb Instinktiv stehen, als er hörte, wie ein dutzend Gewehre
geladen wurden.
"Sie stehen unter Arrest verdammt nochmal!", fuhr der Mann fort und spuckte,
während er schrie.
"Sie werden sich sofort ergeben, oder ich lasse sie auf der Stelle erschießen!"
Barnes antwortete nicht. Als er den Stützpunkt in Shandoria ohne Genehmigung
verlassen hatte und dann auch noch auf eine Schiffsreise gegangen war, hatte
man ihn für fahnenflüchtig erklärt und festgenommen.
Doch er konnte nicht zurück ins Gefängnis. Jeder Moment, den er nicht nach
Anthony suchte, brachte sie weiter auseinander und mittlerweile war er sich
sicher, dass sein Freund und Vorgesetzter noch lebte.

"Dann soll es also sein...",murmelte er, schloss die Augen und erstrahlte einen
Moment später in einem gleißenden Licht, eingehüllt von seinen eigenen Flammen.
Die Bewaffneten hielten sich schützend die Hände vor ihre Gesichter und schrien,
während sie ihre Waffen fallen ließen.
Barnes machte sich so schnell wie möglich davon, doch zwei der Männer ließen sich
nicht so leicht außer gefecht setzen und schossen blind geradeaus. Eine Kugel
traf ihr Ziel und verletzte Barnes an der Schulter.
Er schrie, rannte jedoch weiter, während er den Stützpunkt schnell hinter sich ließ.

Langsam wurde die Welt schwarz und er musste sich setzen. Er wusste nicht, wie
viele Meilen schon zwischen ihm und dem Stützpunkt lagen, doch er konnte nicht mehr
weiter. Sein Hemd war mit Blut getränkt. Er zog es aus und verband sich damit die
Schusswunde an der Schulter, dann schlief er schnell ein.


Cabola Talkessel, Quadrant C-16

Barnes erwachte. Er blickte direkt auf die Spitze eines ungemütlich scharf aussehenden
Katana. Er schreckte hoch und krabbelte ein paar Zentimeter rückwärts.
"Hey!", schrie Saix zu Anthony. "Ich habe hier jemanden gefunden!"


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