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Gnu-Hirte
Gnu-Hirte
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 Betreff des Beitrags: Die kleine Polly
BeitragVerfasst: Fr Jun 20, 2008 12:11 
.....Die kleine Polly

.....Es war einmal eine kleine friedliche Stadt. Sie wurde von einem Gott regiert. Aber dieser Umstand ist für unsere Geschichte erst einmal nur ganz nebensächlich. Denn der Gott schlief sein langes göttliches Leben lang auf seinem Berg Pmylo und tat niemandem etwas Böses. Übrigens hieß der Gott Kupos. Sein Name aber wird, genauso wie eine wüste Menge weiterer nutzloser Einzelheiten, die ihr wohl oder übel in den nächsten Minuten eures Lebens erfahren sollt, im weiteren Verlauf der Story leider nur eine verschwindend kleine Rolle spielen.
.....Wie dem auch sei.
.....In der Kleinen Stadt, tief am Fuße des Berges Pmylo, nahm diese Geschichte ihren Anfang. Ihr Ende war ebenfalls nicht allzu weit von der Stadt entfernt, dazu kommen wir aber etwas später. Die Menschen in dieser Stadt waren fast alle ausnahmslos glücklich und so richtig nett und freundlich. Es gab auch noch eine weitere Sonderlichkeit in der Polis, die vielleicht ebenfalls angesprochen werden sollte. Ab und zu hatten nämlich manche Einwohner die auffällige Eigenschaft, einfach spurlos zu verschwinden und nie wieder aufzutauchen. Das war ein sehr interessantes Phänomen, da niemand recht wusste, woran es lag. Den Gerüchten zu Folge holte der Gott Kupos gerne mal einen Menschen zu sich, um sich erst über seine sterbliche Unvollkommenheit lustig zu machen und ihn daraufhin aufzufressen. Das war natürlich völliger Quak, Kupos hatte noch nie in seinem Leben etwas anderes als Ambrosia zu sich genommen, aber den Gerüchten musste man ja auch nicht unbedingt Glauben schenken.
.....So kam es eines Tages dazu, dass die Mutter von Hredot plötzlich spurlos verschwand. Man suchte dann aus reinem Pflichtgefühl einwenig nach ihr. Man schaute nach, ob sie vielleicht in der Nachbarschaft zu Gast gewesen sein konnte. Ärgerlicherweise hatten die Nachbarn Probleme damit, sich an den Namen der Vermissten zu erinnern. Da man diese Sonderlichkeit in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo aber schon kannte, gab man die Suche bald auf und Hredots Mutter wurde nie gefunden. Auch Hredot selbst schien die Sache eher gelassen anzugehen. Wenn Kupos seine Mutter zu sich geholt hatte, dann konnte man wohl nichts mehr daran rütteln, nicht wahr? Und überhaupt stand ja gar nicht fest, dass der liebe Gott seine Mutter auffressen wollte! Wo wären die Beweise?! Vielleicht war es ja ein Segen, dem Gott entgegentreten zu dürfen. Anstatt sich also der unnötigen Trauer hinzugeben, entschied sich Hredot einfach prompt dazu, ein neues Leben anzufangen.
.....Zuvor war er ein richtiges Muttersöhnchen gewesen. Er hatte immer brav sein Zimmerchen aufräumen, sein Tellerchen nach dem Essen abwaschen und sogar selbst Kochen lernen müssen. Jetzt, wo seine Mutter auf einmal nicht mehr da war, nutzte ihm dieses Können auch wirklich etwas. Aber das sei nur am Rande vermerkt. Denn die Entwicklung, die Hredot nun in seiner Freiheit durchmachte, war viel bedeutender.
.....Auf einmal wurde Hredot richtig gesellig und weltoffen. Morgens trieb er Sport in den verschiedensten Vereinen. Tagsüber schaute er sich Nachrichten an. Und abends, was das Allerwichtigste war, ließ er sich in den Nachtclubs blicken, wo er Unmengen an verschiedensten bitter riechenden Flüssigkeiten konsumierte. Das verschaffte ihm eine Menge guter und einflussreicher Freunde. Überhaupt schien sich in ihrer Stadt sehr viel um eine gewisse Chemikalie, die aus zwei C’s, einem O und sechs H’s bestand, zu drehen. Legenden besagten sogar, dass vor vielen Jahrtausenden wichtige Staatschefs von den größten Imperien der Welt, die bedeutendsten geopolitischsten Fragen nur nach dem Konsum dieses Wundermittels entschieden haben. Deshalb beglich jeder sich selbst respektierende Bürger der Stadt seine wichtigsten Angelegenheiten stets nur unter Einwirkung dieses segenspendenden Stoffes. Das war der Kult und er kam gut an.
.....Wer also mehr als andere von den bitteren Getränken vertragen konnte, war hoch im Kurs. Und Hredot stellte sich sehr bald als ein wahres Talent auf diesem Gebiete heraus. Es fing damit an, dass er zusammen mit seinen Freunden, vorerst nur spaßeshalber, an einer Bezirksmeisterschaft im Wetttrinken teilnahm. Es wäre wohl auch bloß nur ein Spaß geblieben, wenn der Konkurrenzgedanke ihn im Laufe des Geschehens nicht so sehr mitgerissen hätte. In seiner Konzentration nahm Hredot die Sache plötzlich total ernst und der beglückende Geist schien deshalb überhaupt keine Wirkung mehr auf ihn zu zeigen. Als anschließend alle seine Gegenspieler erfolgreich imatrikotisiert waren (was schon immer der offizielle Fachbegriff für das glückliche Ruhen unter einem Tisch gewesen ist), war Hredot etwas enttäuscht darüber, dass der spannende Wettstreit so schnell ein Ende gefunden hatte.
.....Hredots kluge und einflussreiche Freunde bemerkten sofort sein ausgezeichnetes Talent. Das führte dazu, dass er daraufhin mit Leichtigkeit noch einige weitere Bezirksmeisterschaften im Kampftrinken gewann und sich somit für die gewertete Teilnahme an der sogenannten Stadtliga qualifizierte. Die Stadtliga war in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo das größte Ereignis, welches es überhaupt je gegeben hatte. Es war die ultimative Austragung des Kultes, wobei den allerbesten Kämpfern eine reale Chance verliehen war, ihr Ansehen mit einem Sieg und etwas Glück in atemberaubende Höhen steigern zu können. Nichts war wichtiger als die Stadtliga, das wusste jedes Kind. Aber gewinnen konnte dort bei weitem nicht jeder. Obwohl es ausnahmslos allen Bürgern der Stadt am Fuße des Berges Pmylo erlaubt war, an diesem Wettbewerb teilzunehmen, wurde im Ergebnisstand dennoch nur denjenigen Personen eine bestimmte Platzierung zugewiesen, die sich vorher für eine solche Wertung qualifizieren konnten. Alle anderen Teilnehmer waren offiziell nur mit der Grundeinstellung „Mitmachen ist alles!“ zugelassen, doch die Meisten von ihnen waren mit dieser Forderung sowieso mehr als zufrieden. Die Stadtliga war nämlich die beste Gelegenheit überhaupt, sich selbst auf öffentliche Kosten bis zum höchsten Grad der Imatrikotisiertheit zu treiben. Die Verlockung war riesig und die Vorteile lagen auf der Hand. Wer da nicht erschien, war entweder zu faul, zu dumm, oder hatte kuriose Schmerzen im rechten oberen Bauchbereich. Aber natürlich mussten auch ein paar Spielverderber bei der Sache mitwirken. Und zwar die Ärzte. Wer Pech hatte, wurde von den Ärzten wegen labilen Gesundheitszustandes vorsichtshalber von einer Teilnahme an der Stadtliga ausgemustert. Solche Pechvögel durften dann leider nur zuschauen, wie alle anderen den Höhepunkt des Daseins erreichten. Aber auch der bloße Anblick war meist einen Besuch wert.
.....Hredot war vor Aufregung ganz nervös. Er spürte, dass er an etwas richtig Großem teilnahm. An etwas, das wirklich etwas bedeutete. Und dass er im Stande war die Welt zu bewegen. Oder so etwas in der Art. Die besten Trinker der Stadt hatten sich zur Stadtliga versammelt. Hredot durfte sich also keine Schwäche erlauben, denn der Sieger musste am meisten getrunken haben, das war klar.
.....Als das Startsignal gegeben wurde, verschaffte sich Hredot schnell einen deutlichen Vorsprung und ging dazu über, seine Gegner zu beobachten. Mit seinen bis jetzt schon errungenen Siegen hatte er ein Auge dafür entwickelt, die wirklich gefährliche Konkurrenz unter seinen Gegnern sofort ausfindig zu machen. In dem zusammengekommenen rülpsenden Sauhaufen war ein routiniertes Handeln überhaupt nur sehr schwer festzustellen, aber Hredot fand schnell den wirklichen Kämpfer unter ihnen, der als einziger ernst und kalkuliert an die Sache heranging. Dieser war stark. Das konnte man ihm sofort ansehen. Er atmete vor jedem auf Ex geleerten Becher energisch zur Seite aus und kannte noch eine ganze Reihe weiterer professioneller Tricks. In kurzer Zeit hatte er Hredot eingeholt und machte sich daran, in Führung zu gehen. Anschließend konnten die wenigen Zuschauer, denen eine eigenständige Teilnahme am Wettbewerb von den böswilligen Ärzten verwehrt geblieben war, einen wahrhaftig erbitterten Konkurrenzkampf zwischen Hredot und seinem Widersacher bewundern. Das Schauspiel, das sich ihnen darbot, war auf jeden Fall des nüchternen Blickes wert. Das Stadion war, wie ein Schlachtfeld, übersät mit imatrikotisierten Gefallenen und mitten zwischen ihnen rangen zwei tapfere Helden um die Vorherrschaft auf dem Felde. Die Kräfte waren gleich. Beide fügten sich gegenseitig mit großen Schlücken schwere Schläge zu. Die Köpfe wurden wirr, die Knie weich, und die Spannung stieg ins Unermessliche. Jeder weitere Schluck wurde mit begeisterten Freudenrufen aus dem Publikum begrüßt. Wetten wurden abgeschlossen, da kein Anwesender wirklich vorhersagen konnte, wie die Bataille ausgehen würde. Doch plötzlich und unerwartet kam es zu einer Disqualifizierung.
.....Keine Sorge, es betraf nicht unseren Helden, sondern seinen Widersacher. Dieser hatte nämlich unversehens angefangen ganz böse zu schummeln. Würde es zu diesem allerbesten Sport eine gewisse Fachliteratur geben, dann wäre dort der Schummeltrick, zu dem Hredots Widersacher griff, unter der Bezeichnung „Das Vomiklaxen“ zu finden. Übrigens war das eine der schlimmsten Schummelarten überhaupt. Es ging dabei darum, dass der Schummelnde plötzlich anfing, seine Gegenspieler mit Flüssigkeitsfontänen zu bespritzten, die unter einem sehr hohen Druck aus seinem Halse herauszuschießen pflegten. Eine solch fiese Äußerung von mangelndem Respekt gegenüber seinen Kollegen musste wahrlich knallhart mit einer Disqualifizierung geahndet werden. Da konnte es auch diesmal kein Wenn und Aber geben. So musste Hredots Widersacher, der kurz nach seiner Miesetat zusammenbrach, aus dem Stadion hinausgetragen werden und Hredot hat ihn nie wiedergesehen, da dieser kurz darauf komischerweise spurlos verschwand.
.....Hredot konnte sich letztendlich also durchsetzen, und es schien, dass kein anderer ihm das Ethanol reichen konnte. Aber das war leider Kupos nicht wirklich der Fall. Obwohl Hredot einen unerreichbar großen Vorsprung vor fast allen anderen Mitbewerbern erzielt hatte, kam er in der Stadtliga dennoch nur auf den dritten Platz. Jeder große Kenner des Sportes hätte diesen Ausgang sicherlich schon von Vornherein mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit voraussagen können. Den dritten Platz zu machen war nämlich keineswegs eine Schande. Denn Hredot kam gleich hinter dem unangefochtenen Meister Spirituosis und seinem komischerweise zu früh erblindeten Lehrling Methanodius, welcher den zweiten Platz belegte. Diese beiden waren im Kult schon so weit fortgeschritten, dass die Mengen an segenspendenden Flüssigkeiten, die sie stets zu sich nahmen, mit dem Begriff „organisches Leben“ nur mit größter Mühe in Einklang zu bringen waren. Daher konnten sie ihr Ansehen, meist regungslos, leider nur im wortwörtlichen Sinne genießen. Und genau aus diesem Grunde wurde Hredot, statt den beiden, gleich danach zum Helden des Tages gekürt. Davon hatte das Volk ja schließlich mehr.
.....Der Kampf war hart und erbittert gewesen, aber Hredot hatte gewonnen. All seine Bemühungen waren nicht umsonst und sollten vom Schicksal belohnt werden. Er hatte es nämlich geschafft, so viel Aufruhr um seine Person hervorzuwirbeln, dass er ganz schnell zu einem Prominenten wurde, dessen Bekanntheitsgrad mit jedem Tage immer weiter anstieg. Wenn Hredot nun, mit seiner Goldmedaille um den Hals, durch die Straßen der Stadt am Fuße des Berges Pmylo schritt, blieben die Passanten stehen und schauten ihn mit Bewunderung an. Manche wagten sich vor, um bescheiden und graziös den Stoff seiner Toga zu berühren. Mütter streckten einen belehrenden Zeigefinger nach ihm, während sie ins Ohr ihrer Kinder flüsterten. Und immer fand sich jemand, der reife Kirschblütenblätter über seinem Haupte in die Lüfte streute. Hredot erlangte fast einen Gottstatus. Sein Ansehen sprengte schon bald die Rahmen, welche ein gewöhnlicher Sterblicher überhaupt noch vertragen könnte. Das bedeutete, dass keine Party mehr ohne seiner Anwesenheit steigen konnte. Er musste dabei sein, sonst war es nicht lustig. Er schaffte es aber auch immer, auf eine wundersame Weise, an jedem einzelnen Abend in mindestens fünf Locations zu erscheinen und dort die Stimmung so aufzuheizen, dass die ganze Nachbarschaft sich versammelte, anstatt sich schlafen zu legen. Von Schlafen konnte bei dem Lärm ja auch nicht die Rede sein.
.....So vergingen Tage und Wochen. Hredot erhielt erst einen Sitz im Senat, dann wurde ihm gar ein Tempel geweiht. Allmählich begann er auch selbst an seine gottgleiche Natur zu glauben. Seine Bewegungen und Gestik wurden langsam und elegant. Sein Redefluss gehoben und vielbedeutend. Er trug nur noch eine goldene Toga, um sich selbst aus der grauen Menschenmasse hervorzuheben. Und irgendwann kam er auf die Idee, dass er für seine außerordentlich wichtige Person einen viel schöneren und vielbedeutenderen Namen brauchte, als die öden sechs Buchstaben, die ihm seine Mutter nach der Geburt verliehen hatte. Hredot setzte sich also hin und fing an zu überlegen. Er wollte die Sache auf keinen Fall leichtfertig angehen. Er musste sich einen passenden Namen erfinden. Einen Namen, der gleichermaßen seine Lebenseinstellung und alle Vorzüge seiner Person vermitteln würde. Und um das Ganze noch ein Bisschen spannender zu machen, kündigte er an, dass es zudem noch ein Rätsel werden würde, das seine Verehrer gerne versuchen sollten aufzulösen.
.....Das Gerücht, dass Hredot sich einen neuen Namen suchte, flog mit Überschallgeschwindigkeit drei Mal um die Stadt am Fuße des Berges Pmylo herum. Das war ein sehr geschicktes Manöver von ihm. Es verlieh seiner göttlichen Figur zusätzlich noch etwas Geheimnisvolles in den Augen aller Bürger. Fast ausnahmslos jeder war scharf darauf, Hredots neuen Namen zu erfahren und ihn dann auf noch viel fleißigere Weise mit Lob zu preisen. Lange mussten sie warten. Doch wie es kommen musste, hat Hredot ihre Erwartungen auch diesmal nicht enttäuscht.
.....An einem sonnigen Feiertag war es dann soweit. Nicht, dass es an diesem Tage irgendwann früher schon mal einen besonderen Grund zum Feiern gegeben hätte. Zum Feiertag wurde er eigentlich erst im Nachhinein. Denn genau an jenem Tag trat Hredot in einer neuen golden glänzenden Toga vor die Massen und auf seinem Rücken waren acht noch viel schöner glänzende Buchstaben abgedruckt. Jedem war sofort klar – dies musste sein neuer Name sein. Diese acht Buchstaben waren seither die ersten Buchstaben geworden, die den Schülern in der Schule beigebracht wurden, obwohl sie überhaupt nicht die ersten Buchstaben des Alphabetes waren. So vernehmt doch den großen, neuen, geheiligten Namen, dieser lautete: „IMAWBUBI“
.....Ja, IMAWBUBI. Der Name war einfach perfekt. Er passte nicht nur sehr gut zu Hredot, sondern hatte auch die außergewöhnliche Grazie, derer ein überaus wichtiger Name immer bedarf. Zumindest war das die allgemeingültige Ansicht fast aller Einwohner der Stadt am Fuße des Berges Pmylo. Das resultierte in einem fast allgemeinen Besäufnis, wonach wieder ein paar Bürger spurlos verschwanden, was aber wiederum fast niemand zu bemerken schien. Wen sollte das denn jetzt noch interessieren? Es gab doch einen viel wichtigeren Umstand, der die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zog. Nämlich das Rätsel hinter dem großen Namen.
.....IMAWBUBI hörte sich nicht nur schön und elegant an, es musste auch noch etwas Außergewöhnliches bedeuten. Dies ist ja Hredots Versprechen gewesen. Wenn der große Prophet IMAWBUBI etwas sprach, dann musste dem Glauben geschenkt werden. Nun ging also ein wahres Wettrennen nach der Aufschlüsselung des Namens los. Jeder wollte der Erste sein. Dem Kult unterworfen, versorgten sich die Menschen gleich am frühen Morgen mit segenspendenden Flüssigkeiten und gingen auf die Suche. Manche stürmten die Bibliotheken und durchforsteten alle möglichen Geschichtsbücher, um dem Namen auf die Fährte zu kommen. Andere waren auf Überlieferungen von Meditationstechniken gestoßen und versuchten nun in einer geschlossenen Runde, im Kerzenlicht und bei angsteinflößendem Summen, das große Geheimnis zu lüften. Wenige schrieben sogar Briefe an ihre Freunde in benachbarten Städten, um jene zu fragen, ob sie vielleicht eine Antwort wüssten. Doch tatsächlich fand sich in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo auch eine Handvoll von solchen, die überhaupt jegliche Suchmethoden ablehnten. Nicht, dass sie nicht auch versuchen würden, hinter die Lösung zu gelangen. Natürlich suchten sie ebenfalls nach ihr. Sie waren genauso wie alle anderen, vielleicht sogar noch mehr, heiß darauf, sie zu finden. Sie unterhielten aber den kuriosen Glauben, dass keine Suchmethode, die nicht von ihnen selbst aufgestellt wurde, sondern von anderen Menschen erfunden war, sie zum richtigen Ergebnis führen könnte. Der ganze Glaube war etwas kompliziert und basierte auf der tiefsten Überzeugung, dass alle Menschen in ihrem Inneren doch so unglaublich individuell und verschieden waren, dass auch all ihre Gedanken und Ideen keinesfalls auf den Nächsten übertragbar wären. Warum sie überhaupt einst einmal zur Schule gegangen sind und Bücher gelesen haben, konnten sich diese Menschen selbst auch nicht erklären. Sie wussten nur, dass die anderen nichts wussten, und sie demnach auch nicht viel mehr. So stocherten sie nun, in Ablehnung aller Jahrtausend alter Erfahrungsschätze, irrsinnig in der Luft herum, bis sie schließlich sensationellerweise die Ersten waren, die zu einer Lösung gelangten. Na das war vielleicht ein Hammer!
.....Um es nicht unnötig auf die lange Folter zu spannen, soll nun bereits gesagt werden, dass die Lösung der Nihilisten komplett richtig war. Keiner wollte zuerst glauben, dass sie überhaupt etwas zu präsentieren hätten, doch sie erschienen wie vereinbart an einem bestimmten Abend auf der Tribüne am Marktplatz der Stadt am Fuße des Berges Pmylo. Der IMAWBUBI höchstpersönlich war auch gekommen um ihren Lösungsvorschlag zu begutachten und zu bewerten. Einer der Nihilisten traute sich vorsichtig ins Rampenlicht und flüsterte dabei etwas Komisches von irgendwelchen Schafen. Schließlich erreichte er das Mikrophon und proklamierte mit einer stark zitternden, aber überheblich weit ausholenden Stimme
.....„Meine Damen und Herren. Der ehrwürdige IMAWBUBI. Meine liebsten Sch...western und Brüder. Wir haben euch heute hier versammelt, um unsere Lösung für die Aufschlüsselung des Namens unseres hochgepriesenen IMAWBUBI zu präsentieren. Die Sache war gar nicht so kompliziert, wie alle am Anfang geglaubt haben. [erstauntes Murmeln in der Menge] Doch überzeugt euch selbst. Denn da hört ihr sie nun, unsere Lösung. IMAWBUBI bedeutet nämlich nichts anderes, als – Ich Mag Alles Was Blond Und Blauäugig Ist!“
.....Der Marktplatz kam in Bewegung und füllte sich mit Tumult. Die einen waren von der Genialität und Einfachheit der Lösung beeindruckt. Die anderen wollten an eine so billige Lösung gar nicht glauben. Ein außenstehender allmächtiger Beobachter würde in diesem Moment eine höchst prickelnde Veränderung auf seinen Monitoren verzeichnen können. Nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit, in nächster Zukunft von Kupos abgeholt zu werden, sich für den Nihilisten, der gerade gesprochen hatte, aus verschiedensten Gründen rapide und kontinuierlich um drastische Werte erhöhte. Es kehrte erst wieder Stille auf den Marktplatz ein, als der IMAWBUBI selbst sich von seinen Kissen erhob und zum Sprechen ansetzte. Mit einem in die Luft gehobenen Krug in der Hand sagte er nur
.....„Diese Lösung ist korrekt!“
.....Und schon waren alle Zweifel beseitigt. Das Rätsel war gelöst und es galt nun, eine riesige Fete aus diesem Grund zu veranstalten. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass der besagte Nihilist, noch bevor es am nächsten Tage zum Sonnenaufgang dämmern konnte, unvermeidlich und unerklärlich vor den Gott Kupos treten musste. Überhaupt waren all die Nihilisten so sehr mit der Feier ihres Erfolges beschäftigt, dass sie ein sehr feines Detail übersahen. Nämlich das Faktum, dass sie mit ihrer richtigen Lösung alle ihre früheren Überzeugungen selbst über den Haufen geworfen hatten. Sie hatten mit dem „Irrsinnig-in-der-Luft-herumstochern“ zweifellos die einzig richtige Suchmethode für die Aufschlüsselung des großen Namens gewählt, denn Hredot hatte damals bei der Erfindung des Namens auch das Selbe getan. Aber die Tatsache, dass sie, genauso wie er, nur rein zufällig auf die selbe Lösung gekommen waren, konnte nichts anderes bedeuten, als dass die Menschen sich gegenseitig viel näher standen, als ihre eigenen Annahmen es jemals erlaubt hätten. Der allwissende außenstehende Beobachter könnte ihnen sogar ein Liedchen davon singen, dass die Unterschiede zwischen den Menschen überhaupt schon immer so verschwindend gering gewesen sind, dass jemand, der selbst kein Mensch ist, sie auch mit größter Mühe an ihrem Aussehen, ihren Taten und ihren Gedankengängen gar nicht unterscheiden könnte. Leider Kupos ist uns der Anblick der Gesichter der Nihilisten beim Vernehmen dieser Nachricht nicht zuteil geworden, denn die Aufklärung fand aus zwei Gründen nicht statt. Nämlich, weil der außenstehende Beobachter wirklich außenstehend war, sich auch mit ganzem Herzen dazu bekannte, außenstehend zu sein, und sich, wenn es ihn überhaupt gab, gar nicht einmischen wollte, da er schließlich ja außenstehend war. Und zweitens wüsste er gar nicht, wozu er ihnen denn die Fete mit seinen langweiligen Tatsachen verderben sollte, wenn sie doch, auch ganz ohne ihn, schon einen so schönen Glauben besaßen? Auf alle Fälle kam es an diesem Abend aus feierlichen Gründen zu einer fast allgemein zufriedenstellenden wüsten Schweinerei, an die sich manche Bürger der Stadt am Fuße des Berges Pmylo sogar eine Woche später noch erinnern konnten.
.....Währenddessen muss gesagt werden, dass Hredot sich über eine so schnelle Aufschlüsselung des Geheimnisses hinter seinem neuen Namen nicht wirklich freute. Er hatte angenommen, dass seine Geheimbotschaft so menschlich banal gestrickt war, dass wohl niemand sonst, je auch nur ansatzweise an so etwas Einfaches denken würde. Damit hatte er sich böse verschätzt. Denn die Menschen konnten nicht anders, als gleich zu aller Erst an etwas menschlich banal Gestricktes zu denken. Es waren ja Menschen, nicht wahr? Jetzt musste Hredot lernen damit umzugehen. Er hatte so seine Befürchtungen, ob die Einfachheit der Lösung des Rätsels seine Fans womöglich enttäuscht haben könnte. Natürlich machte er sich die Sorgen aber ganz umsonst. Eine Tragödie ist daraus nicht erwachsen. Zumindest unterstellte ihm niemand Niveaulosigkeit – ganz im Gegenteil wurde sein mehr oder weniger dummer Scherz daraufhin zu einem ganz neuen Trend. Man sah plötzlich immer mehr Geschöpfe auf den Straßen, die sich die Haare blond gefärbt hatten. Wer genau hinsah, konnte bei den größten Fans auch noch blaue Kontaktlinsen in den Augen ausfindig machen. Es war doch ganz klar. Der Prophet hatte deutlich und unmissverständlich zu Verstehen gegeben, was ihm gefiel und wie er es haben wollte. Die Eifrigsten übertrieben es sogar ein Bisschen und legten sich normenkonforme Haustiere zu. Ein ganz großer Sieg war das. Nun gab Hredot also auch die Richtung der Mode vor.
.....Es war eine verrückte Zeit, in der es ein, scheinbar unerklärliches, Krähenmassensterben gab. Die Autopsie mancher gefundener Krähen wies nach, dass die Bewegungslosigkeit in Folge einer eigenständig verursachten, in alle Richtungen ausgeprägten, Muskelüberdehnung eintrat, und dass der Tod aufgrund der Autopsie kurz darauf folgte. An den Grenzen der Polis war plötzlich und unerwartet eine ganze Armee aus grauen Soldaten mit rot-weiß-schwarz-gemusterten Fahnen und komischen rollenden Eisendingern erschienen. Diese schaute aber ein paar Mal in ein Fernrohr, gab im Radio mit einer brutal schnaubenden Stimme irgendwelches feierliches Gejaule durch und zog wieder ab. Was vielleicht weniger auffiel, ist der Umstand, dass in dieser Zeitspanne kein einziges blondes und blauäugiges Geschöpf vor den Gott Kupos treten musste, obwohl die Besuchsrate bei ihm, statistisch gesehen, im Vergleich zu anderen Zeiten deutlich angehoben war.
.....Es hätte unendlich so weiter gehen können, wenn Hredot nicht gehandelt hätte. Nicht, dass er plötzlich aufgehört hätte die blonde und blauäugige Menschenmasse zu mögen. Er mochte diese Farbkonstellation wirklich gerne und freute sich über den so oft anzutreffenden schönen Anblick. Zum Glück war er aber etwas künstlerisch begabt und besaß ein feines ästhetisches Gefühl für die Raumnutzung. Es fiel ihm also auf, dass die Buchstaben IMAWBUBI die Fläche seiner breiten Schultern auf seinem Rücken viel zu wenig ausnutzten. Außerdem bemerkte er, dass die Schrift haltlos und unsymmetrisch wirkte, wo er sich doch gewünscht hätte, das große „W“ würde einer Art Symmetrieachse für die anderen Buchstaben bilden. Damit sprach also weit mehr als genug dafür, seinen neuen Namen wieder ein wenig zu verändern. Ohne noch länger unnötig zu überlegen, erweiterte Hredot seinen großen Namen um ein „S“ vor dem ersten breiten Buchstaben. So war die Schrift nun breit genug und das „W“ stand fast perfekt genau in der Mitte.
.....Natürlich war diese Namensänderung wieder mal ein Grund zum Feiern. Es war schon immer eine ganz schöne Sache, einen Grund zum Feiern zu haben, denn dann brauchte man sich an dem jeweiligen Tag keinen Gründ mehr dafür ausdenken. Während die Party also wieder auf Hochtouren war, merkten einige Schnelldenker, dass die neue Buchstabenkombination des großen Namens wohl auch einen bestimmten neuen tieferen Sinn haben musste. In der Tat hatte Hredot es nicht verschlampt, sich bei der Wahl des zusätzlichen Buchstabens auch diesbezüglich Gedanken gemacht zu haben. Nämlich genau einen einzigen Gedanken. Und auch dieser war ihm wieder ganz banal und automatisch in den Sinn gekommen. Na zumindest war es diesmal nicht mehr ganz so schwer auf die Auflösung zu kommen, da die meisten Buchstaben immer noch die Selben geblieben waren. Es dauerte etwa zwei hoch zehn vom Kult relativierten Wortlängen lang, was unter Umständen eine Zeitspanne zwischen fünf Minuten und sechsunddreißig Tagen bedeuten konnte, bis die ganze Stadt am Fuße des Berges Pmylo die neue Namensauflösung ihres Propheten erfahren hatte.
.....Die neue Bedeutung des Namens führte zu einer kleinen Empörtheitswelle. Viele hätten eine so direkte und aufdringliche Nachricht von Hredot nicht erwartet. Ob seine Aussage negativ oder positiv aufzufassen war, konnten sich die Menschen eine Weile lang gar nicht erst klar machen. Anschließend konnte auch niemand einen wirklich triftigen Grund dafür nennen, warum der Prozentanteil der blonden und blauäugigen Bevölkerung der Stadt am Fuße des Berges Pmylo sich in kürzester Zeit wieder normalisiert hatte. Auf den ersten Blick könnte das alles vielleicht als ein Fehlgriff Hredots aufgefasst werden. Diese Ansicht wäre aber in Wirklichkeit auf keinen Fall korrekt. Denn für Hredot nahm die ganze Entwicklung einen durchaus positiven Lauf, da er nun, ungeachtet der Empörung vieler Bürger, paradoxerweise keine einzige Nacht mehr in seiner eigenen Wohnung verbrachte.
.....Stopp. An dieser Stelle muss der Erzählfluss unterbrochen werden. Es ist sogar höchst essentiell und unabdingbar, nun eine kleine mentale Pause einzulegen. Mag diese Wendung als eine leichte Gewissensregung des allmächtigen Geistes aufgefasst werden, denn es wurde bis jetzt schon wahrlich viel, aber leider noch nichts wirklich zum Thema gesagt. Oder finden sich unter euch womöglich solche, die ernsthaft an eine Relevanz der bisher geschilderten Ereignisse glauben? So leid es wem auch immer jemals auch tun könnte, so muss dennoch festgehalten werden, dass der junge Prophet Hredot, zuletzt unter dem Namen ISMAWBUBI bekannt, in dieser Geschichte nur ebenso eine nebensächliche Rolle spielt, wie die häufig auftretende, ärgerlich unfaire Anhäufung von hochtrabend und maßlos überdehnt wirkenden Worten, Phrasen und Sätzen. Wer war Hredot denn schon? Ein gewöhnlicher Sterblicher mit zu viel Ansehen, Einfluss und Macht. Hinzu kommt, dass seine erfolgreiche Glückssträhne sich in kurzer Zeit nach den zuletzt beschriebenen Ereignissen langweiligerweise wieder auflöste. Denn schon bald gab es fast kein blondes und blauäugiges Geschöpf mehr in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo, welches nicht die Erfahrung gemacht hätte, dass Hredots Herz nicht so heiß, seine Seele nicht so durchdrungen und seine Ewigkeit nicht so lang war, wie er es versprach. An dieser Stelle, und auch überall sonst in dieser Geschichte, ist das Wörtchen „fast“ aber nicht ganz ohne Grund angebracht. Denn es gab die ganze Zeit über immer noch mindestens ein blondes und blauäugiges Geschöpf, das sich noch nicht tatkräftig, wohl aber geistig, auf Hredots Charme eingelassen hatte. Ihr Name war Ellyn.
.....Ellyn war ein sehr schönes Mädchen. Sie hatte auch ein gutes Herz, konnte sehr nett lächeln und erfüllte somit alle Anforderungen, die in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo an eine Frau gestellt waren. Das beinah perfekte Bild war aber durch eine winzige unscheinbare Kleinigkeit verdorben, denn in ihrem Bewusstsein war Ellyn einen Tick zu selbstverliebt und überheblich. Anstatt zu heiraten und Kinder zu kriegen, was in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo fast das Einzige war, was eine Frau überhaupt tun konnte, stellte sie sich ganz unentschlossen an, da kein Junge, den sie kannte, ihr gut genug erschien.
.....Sie blühte währenddessen immer weiter auf, wurde auch immer selbstverliebter, bis eines Tages ein Junger Mann namens Hredot auf die Prominentenszene der Gesellschaft trat. Und da hatte es sie dann erwischt. Ellyn verliebte sich sofort. „Der Typ hat alles, was ein Mann braucht“, dachte sie. Noch bevor er sich den Namen IMAWBUBI ausdenken konnte, wünschte sich Ellyn Tag und Nacht, er würde sie bemerken und ansprechen. Doch die Zeit verging und er kam nicht zu ihr. Hätte Ellyn Freunde gehabt, hätten sie ihr womöglich gesagt, dass ihr Unglück nur daran lag, dass sie die ganze Zeit Zuhause, manchmal aus dem Fenster schauend, verbrachte, anstatt in die Stadt hinauszugehen und ihm so eine Gelegenheit zu geben, sie kennen zu lernen. Sie hatte aber leider Kupos keine Freunde, also saß sie auch weiterhin Zuhause und las ein wichtiges ausländisches philosophisches Buch mit dem revolutionären Namen „How much shit can a person produce?“
.....Nichtsdestotrotz hörte sie nicht auf, Hredot zu lieben. Ganz im Gegenteil. Zu der Zeit, als er sich IMAWBUBI nannte, hätte sie sich nicht mehr in seiner Nähe befinden können, ohne nervös durch die Gegend zu schauen und seinen Blick möglichst zu meiden. Und als Hredot seinen Namen um noch einen Buchstaben erweiterte, hatte sie sich schon so sehr in die Sache hineingesteigert, dass sie wohl vor euphorischer Erstickung in Ohnmacht gefallen wäre, wenn er ihr zufällig über den Weg gelaufen wäre. Oh ja, sie war besessen. Hätte sie nur ein Bisschen mehr von Hredots nächtlichen Machenschaften mitbekommen, dann wäre sie zweifellos freiwillig vor den Gott Kupos getreten, was zum aller ersten Fall eines nicht spurlosen Verschwindens einer Person in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo geführt hätte. Sie wusste aber von nichts, also saß sie weiter an ihrem Fenster, durch das sie in die weite Welt hinausschaute, und wog sich in ihren Träumen.
.....Ihre Ruhe wurde gestört. Aber NATÜRLICH wurde sie das, nicht wahr? Wie konnte es denn anders kommen? Es geschah in etwa als der Prophet Hredot sich schon zum dritten Mal einen neuen Namen zugelegt hatte. Der dritte große Name war extravaganter als alle zuvor. Manche Kritiker behaupteten, Hredot hätte sich damit nur einen dummen Spaß erlaubt, da der Name nun aber wirklich und ganz ohne Scherz viel zu schwer auszusprechen war. Dieser lautete nämlich „F-DBFDM“. Ja, so ein Brocken! Andererseits waren Knobler mit der neuen Buchstabenkombination sogar mehr als zufrieden, denn diese schrie förmlich danach, dass sie wieder eine ganz tolle Aufschlüsselung haben musste. Was niemand wusste, war, dass Hredot selbst diesmal keine Lösung für seinen Namen parat hätte. Ganz genau, er war so sehr davon verärgert gewesen, dass seine früheren beiden Namen viel zu schnell aufgeschlüsselt wurden, dass er diesmal eine völlig zufällig und sinnlos gewählte Buchstabenkombination zu seinem Namen erhob, um sich somit über die lächerlichen und nutzlosen Aufschlüsselungsbemühungen der Knobler lustig machen zu können. Doch lange hat sein Spaß nicht gedauert, denn einige Tage später löste er sich selbst förmlich in der Luft auf...
.....Das war eine Katastrophe!!
.....Die Menschen waren niedergeschlagen!
.....Ganze drei Stunden lang.
.....Na gut, zwei ein halb um genau zu sein.
.....Aber die Zeitspanne war ungeheuerlich!
.....Alle Menschen liefen mit verlorenen Blicken die Straßen entlang, hielten sich die Hände an die Köpfe, gaben unverständliche Laute von sich und übergossen sich förmlich mit segenspendenden Flüssigkeiten. Ellyn wusste sofort, was passiert war. Sie ahnte als aller erste, dass ihrem Liebsten etwas zugestoßen sein musste. Es tat weh. Es machte sie verrückt. Und nun kam eine tief in ihr schlummernde Eigenschaft zum Vorschein. Die Eigenschaft einer Kriegerin.
.....Hredot war weg, so viel war sicher, aber sie wollte sich nicht damit abfinden. Und schon gar nicht würde die selbstverliebte Ellyn nach einem solchen Verbrechen an ihrer Liebe die Dinge einfach so lassen, wie sie waren. Sie trat die Tür ihrer Wohnung ein, stürmte auf die Straße und von dort aus auf die Tribüne auf dem Marktplatz. Sie war die Einzige, die sich zielstrebig auf der Straße bewegte, also folgten ihr die Schafe ganz automatisch und ungewollt. Ellyn war in diesem Augenblick ein richtiger Hingucker und das mehr als jemals zuvor. In ihrem Zorn waren ihre Schritte fest und entschlossen, der plötzlich aufgekommene Wind spielte mit ihren langen Haaren und ihr Blick allein hätte Steine zerschmettern können. Auf die Tribüne geklettert, trat sie selbstsicher vor die Menschenmenge und hielt eine Ansprache an das Volk.
.....„Meine Schwestern und Brüder, sagt mir, was bedrücket euch?“
.....Die Menge gab ein unglückliches Blähen von sich.
.....„Ich sage es euch! Euer Prophet, euer Liebster ist euch genommen worden!“
.....Die Menge gab ein zustimmendes Blähen von sich.
.....„Und wer hat ihn euch genommen? Ja, wer ist der Schuldige?“
.....Die Menge gab ein ratloses Blähen von sich.
.....„Ich sage es euch! Euer Gott hat es getan, Gott Kupos ist der Verantwortliche!“
.....Die Menge zögerte etwas, doch gab anschließend ein umso energisches zustimmendes Blähen von sich.
.....„Und was wollt ihr mit dem Gott anstellen, der euch so etwas angetan hat?“
.....Die Menge gurgelte ein bisschen und schluckte.
.....„Ich sage es euch! Ihr wollt den Gott töten, denn das ist GERECHTIGKEIT!!“
.....Die Menge ging in einem zustimmenden Gejaule auf.
.....„So folget mir doch, oh Menschen der Stadt am Fuße des Berges Pmylo! Ich führe euch zu eurem Siege!“ – sie sprang von der Tribüne herunter und schritt herrschaftlich die Straße entlang. Ausnahmslos jeder folgte ihr. Das war die größte Massenbewegung, die die Stadt am Fuße des Berges Pmylo je gekannt hat. Die Menschen wappneten sich mit Mistgabeln und zerbrochenen Glasflaschen. Sauflieder wurden auf das Motiv von Kriegshymnen gesungen und allen voraus schritt das schönste Geschöpf unter ihnen, eine riesige gemusterte Fahne durch die Luft schwingend.
.....Ganz zufällig flog genau in diesem Moment der junge Gott Rehos über der Stadt am Fuße des Berges Pmylo. Aus völlig unerklärlichen Gründen hielt sich Rehos für einen Neffen von Kupos. Eigentlich war es den Göttern überhaupt nicht möglich, miteinander verwandt zu sein, da sie keine Lebewesen waren und sich somit nicht selbst vermehren konnten. Diese Überlegung war aber sowieso nicht wirklich relevant, da schon die Erscheinung eines zweiten Gottes neben Kupos für jeden rational denkenden Geist etwas gänzlich Verwirrendes war. Ja, sogar der allmächtige allwissende Beobachter zählte sich selbst zu den Monotheisten. Als also ein zweiter Gott auf seinen Monitoren erschien, hielt er den Vorfall konsequent lediglich für eine Gerätstörung und krabbelte unter seinen Tisch, um die Kabelverbindungen zu prüfen. Währenddessen bemerkte Rehos die Massenbewegung der Menschen, die nun ihre Stadt verlassen hatten und dabei waren, auf den Berg Pmylo hinaufzusteigen. Er las die Gedanken der Horde und erkannte, dass sein Onkel anscheinend ganz großen Mist gebaut hatte. Die Sache erschien Rehos überhaupt nicht lustig, denn auf der letzten Götterversammlung vor fünfunddreißig Millionen Jahren war ein und für alle mal und [mit Betonung] für alle Götter verbindlich beschlossen worden, dass die Unsterblichen sich aus den Menschenangelegenheiten herauszuhalten hatten. Wer gegen diesen Beschluss verstieß, musste mit dem Tode bestraft werden. Oh ja, es musste als Strafe für ein solches Vergehen ein Weg gefunden werden, einen Unsterblichen zu töten, so hart war diese Forderung geregelt. Deswegen wurde Rehos ganz traurig zumute, denn nun musste er die Gerechtigkeit walten lassen, obwohl Kupos doch sein eigener Onkel war. Rehos wünschte sich einen Ausweg, suchte nach einem Schlupfloch im System, um doch nicht gegen seinen Onkel antreten zu müssen. Er konnte aber schließlich nicht anders, als seine Pflicht zu erfüllen. Denn er wollte ja nicht riskieren, ebenfalls im Göttergerichtsaal wegen unterlassener Sterbehilfe auf der Anklagebank zu landen.
.....Rehos flog also geradewegs zur Spitze des Berges Pmylo, weckte seinen Onkel, zog sein Kristallschwert und forderte Kupos dazu auf, er solle sich auf seinen Tod vorbereiten. Kupos war ganz und gar nicht froh, seinen Neffen zu sehen. Er war noch schläfrig und verstand nicht, worum es ging, aber gegen eine morgendliche Trainingsstunde im Schwertkampf hatte er nichts einzuwenden. Beide Götter fingen an, sich zu bekämpfen. Sie schwangen ihre Kristallschwerter durch die Lüfte und versuchten sich gegenseitig zu erwischen. Die elegantesten Bewegungen führten sie durch. Deshalb kam ein stürmischer Wind auf und dunkle Gewitterwolken versammelten sich um die Spitze des Berges Pmylo herum. Die Kristallschwerter donnerten mit Blitzen, wenn sie aufeinander trafen. Und die Erde erschütterte sich jedes Mal wenn die Unsterblichen zum Schlage ausholten. Beide waren Götter, beide waren perfekt, keiner von beiden hatte eine Chance zu gewinnen.
.....Da es nichts Perfekteres als Perfekt geben kann, wäre es sogar völlig egal, wie viele Götter gleichzeitig gegen einen einzelnen antreten würden. Denn da ein Gott an sich schon völlig perfekt ist, würde er alle Schläge der anderen mit Leichtigkeit abblocken und ebenso viele an sie zurückschicken können. Aus diesem Grund kämpften Götter immer nur zum Spaß, oder um ihr Gewissen zu beruhigen, da sie genau wussten, dass es eh nie einen Sieger unter ihnen geben könnte. Aber das tat gerade nicht viel zur Sache, denn Rehos hatte diesen Umstand in dem Moment komischerweise vergessen.
.....Die Bürger der Stadt am Fuße des Berges Pmylo bemerkten natürlich das Unwetter, das an der Spitze des Berges Pmylo tobte. Unbewusst verlangsamten die meisten ihren Gang. Nur Ellyn konnte dieses Bisschen Blitz und Donner nicht von ihrem Wege abschrecken. Sie schritt umso entschlossener voran und die Menschenherde blieb somit schon bald hinter ihr zurück. Die Prozession teilte sich in drei Teile auf. Ganz vorne auf dem Weg zur Spitze des Berges Pmylo war Ellyn. Eine immer größer werdende Strecke hinter ihr torkelten ihr die Schafe hinterher. Und eine noch größere Strecke hinter ihnen saß die kleine Polly auf einem Stein und ruhte sich aus. Die kleine Polly war eben noch zu klein und konnte noch nicht so weit laufen. Jetzt, wo alle vorgegangen waren, fühlte sie sich ganz allein und verlassen. Aber sie weinte nicht. Nein, das wollte sie nicht. Es war ihr nämlich sehr sehr wichtig, nicht zu weinen.
.....Ellyn erreichte schon bald die Spitze des Berges. Sie ging in die Hocke, krabbelte die letzten paar Meter und lugte hinter einem großen Stein hervor. Sie wurde somit zu der ersten Sterblichen, die nicht etwa einen, sondern gleich zwei Götter auf einmal zu Gesicht bekam und dabei auch noch einen Schwertkampf der beiden bewundern durfte. Sie wurde von dem Anblick förmlich verzaubert. Auf einen Schlag vergaß sie ihre Stadt, Hredot und überhaupt alles auf der Welt. Ihre Augen hatte sie nur noch für den jungen, unglaublich attraktiven Gott, der einen anderen, älteren, welcher anscheinend Kupos sein musste, in, wie ihr schien, peinlicher Überlegenheit verdrosch. Der Kampf von Rehos und Kupos ging also weiter und Ellyn schaute erst einmal nur zu. Deshalb spielte die allerwichtigste Rolle in den darauf folgenden Ereignissen, völlig zu Unrecht, die, in jedem Sinne des Wortes, zurückgebliebene große Menschenmasse.
.....Das Volk war, wie gesagt, nicht besonders scharf darauf, auf die blitzende und donnernde Bergspitze zu klettern. Als es, auf seinem zögerlichen Voranschreiten den Berg Pmylo hinauf, auf eine Höhle stieß, ließ das Volk sich, wie erwartet, die Gelegenheit nicht entgehen, von seinem Wege abzukommen, und torkelte geradewegs in diese Höhle hinein. Die Höhle war hübsch mit Stalaktiten und Stalagmiten geschmückt und es war in ihr schön trocken und ruhig, das sprach auch noch für sie. Doch kaum waren die Menschen etwas tiefer in die Höhle vorgedrungen, stießen sie plötzlich auf eine Sackgasse. Dort befand sich ein großer leuchtender Kristall auf einem Podeste. Die Horde erstarrte in bewunderndem Schweigen und glubschte auf das schimmernde Licht, das aus dem Inneren des Kristalls floss. Eine einzige Sekunde später kam irgend ein Genie unter ihnen bereits auf die Idee, dass die Seele des Gottes Kupos auf jeden Fall an diesen Kristall gebunden sein musste. Schon im nächsten Augenblick wälzte der Kristall sich im Dreck und hatte Steinschläge, Fußtritte und ganz böse Schimpfworte einzustecken.
.....Die kleine Polly saß weiterhin auf ihrem Stein, gähnte gelangweilt und machte es sich ein wenig bequemer.
.....Nachdem der Kristall in der Höhle endlich zerbrochen und das Licht in ihm für immer erloschen war, fiel Kupos machtlos auf seine Knie. Verwundert nahm Rehos ebenfalls seine Deckung herunter und kam langsam seinem Onkel entgegen. Dieser atmete schwer und stützte sich auf sein Schwert. Eigentlich mussten die Götter gar nicht atmen, sie lebten ziemlich prächtig, auch ohne ihre Lunge zu bewegen, aber Kupos dachte sich, dass es jetzt wohl angebracht wäre, und den Augenblick noch etwas dramatischer machen würde. Sein Lebenskristall war zerbrochen. Nun nahte der unvermeidliche Tod. Kupos hob seinen schweren Blick auf den Neffen und wollte etwas sagen.
.....„Rehos... Ich...“ – doch weiter kam er nicht, denn er wurde von einem komischen Menschenmädchen unterbrochen, das mit entzücktem Gekreische auf die beiden Götter zuhopste. Ellyn ließ ihre nutzlose Fahne zur Seite fallen und warf sich dem siegreichen jungen Gott um den Hals. Dabei hörte sie nicht auf zu kreischen und ununterbrochen zu plappern.
.....„Oh ja! Du hast es ihm gezeigt, Hase!! Oooh, du bist ja so unglaublich toll! Diese Figur! Und dieses süße Gesicht! Und diese Augen erst!! Ach, lass dich kuscheln, mein Retter... etc. etc.“ – sie hatte in ihrem Leben noch nie soviel auf einmal gesagt.
.....Das plötzlich erschiene Mädchen hatte Rehos auf dem völlig falschen Fuße erwischt. Er kannte die Menschen eben noch nicht sehr gut. Den Götterregeln folgend, war er den Sterblichen früher immer aus dem Wege gegangen und hatte noch nie zuvor eins von diesen Geschöpfen aus der Nähe betrachtet. Man kann sich ausmalen wie reich und neu seine Empfindungen waren, während eine von diesen Kreaturen nun förmlich an ihm klebte. Mit Verwunderung stellte er fest, dass das Menschenmädchen den Göttern gar nicht so unähnlich war. Sie hatte eine gute Figur, war gesprächig und witzig... und weich... und warm......
.....Kupos warf den beiden schon zum tausendsten Mal einen vorwurfsvollen Blick zu, in der Hoffnung, sie womöglich doch noch an den Worten interessieren zu können, die er vor seinem Tode noch zu sagen hatte. Rehos und Ellyn waren aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt und ignorierten ihn einfach. Also seufzte Kupos nur noch ein letztes Mal, kippte von seinen Knien zur Seite und zerfiel zu Staub. In einer halben Stunde konnte sich kein Bürger der Stadt am Fuße des Berges Pmylo mehr an seinen Namen erinnern.
.....Die Menschenmasse torkelte in dem Moment wieder aus der Höhle hinaus. Sie bemerkte, dass das Unwetter auf dem Berg sich wieder gelegt hatte und fand darin eine Bestätigung ihres Sieges. Ganz fröhlich und zufrieden, eine große Sache vollbracht zu haben, stieg das Volk von dem Berg Pmylo wieder herunter. Denn jedem war klar, dass es nun noch etwas sehr Wichtiges zu erledigen gab. Der große Sieg gegen den bösen Gott, wie war sein Name noch mal, musste jetzt nämlich so richtig ordentlich gefeiert werden.
.....Währenddessen waren die größten Gefühlsstürme von Rehos und Ellyn vorbei. Sie sagten nichts mehr und schauten sich nur noch entzückt in die Augen. Er, ein Gott von höchster Perfektion und sie, ein gewöhnliches sterbliches Mädchen. Beide so unglaublich und von Grund auf verschieden, aber dennoch höchst glücklich darüber, sich in den Armen halten zu können. Je mehr Zeit verging, desto weniger wollten sie sich gegenseitig loslassen, aber desto klarer sahen sie auch, dass es unvermeidlich irgendwann passieren musste. Das war ein Dilemma. Das war eine Tragödie. Dieser Augenblick war mehr wert als ein sterbliches Schicksal. Dieser Augenblick war mehr wert als die unsterbliche Ewigkeit. Und plötzlich kam Rehos eine verrückte Idee. Er sah einen Ausweg. Er konnte dem Mädchen seinen Seelenkristall schenken. Damit wäre er nicht mehr der Besitzer seiner eigenen Seele und würde sich somit in einen Sterblichen verwandeln. In einen Menschen. Ja, das war die Lösung! Dann könnten sie beide für immer zusammen bleiben.
.....Rehos nahm seinen Seelenkristall, der an einer Kette um seinen Hals hing, und drückte ihn Ellyn in die Hand. Sie schaute den schönen Schmuck verwundert an, verstand die Geste als einen Antrag, den sie schon die ganze Zeit über von ihm zu hören wünschte und hauchte mit einer dahinschmelzenden Stimme das Wörtchen „Ja“. Das schimmernde Licht löste sich aus dem Inneren des Seelenkristalls, umgab die Beiden und sickerte in ihre Körper. Nun war es vollbracht. Nun war Rehos ein Sterblicher. Eine erstickende Welle euphorischer Zufriedenheit überflutete ihn. Er konnte zwar nicht erklären, warum, aber bereits nach drei kurzen Sekunden hatte er seine Tat wieder bereut.
.....Unten in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo war die Party schon im vollen Gange. Rehos und Ellyn stiegen, Händchen haltend, fröhlich den Berg Pmylo hinunter. Der allwissende und allmächtige Beobachter war mit der Kabelprüfung fertig geworden, krabbelte wieder unter seinem Tisch hervor und konnte die Welt nicht verstehen, als anstatt von zwei plötzlich null Götter auf seinen Monitoren verzeichnet waren. Die kleine Polly, die immer noch zu faul war, sich von ihrem gemütlichen Stein zu erheben, hatte letztendlich alle wichtigen Ereignisse verpasst. Doch aus einem sonderbaren, schleierhaften Grund war sie dennoch ganz zufrieden und fühlte sich unglaublich wichtig.
.....Letztendlich entwickelte sich die Zukunft für die meisten Menschen in der Stadt am Fuße des Berges Pmylo ganz gut. Nur Rehos, der neuerdings auch zu den Menschen zählte, musste sich von seiner göttlichen Perfektion verabschieden und bekam schon am nächsten Morgen ganz abscheuliche Pubertätspickel auf seiner Stirn, die auch nicht so schnell wieder weggingen, wenn ihr versteht was ich meine. Und wer schließlich am meisten gelitten hatte, war natürlich Hredot. Es wäre ja unfair, diese Geschichte mit einem Happy End abzuschließen, ohne das Mysterium hinter seinem Verschwinden aufzulösen, denn wegen Hredot sind die größten und bedeutendsten Ereignisse auf dem Berg Pmylo ja überhaupt erst eingeleitet worden. Genau um dieses Geheimnis zu lüften, wurde der allmächtige allwissende Beobachter mit einpaar Flaschen segenspendender Flüssigkeiten bestochen, damit er nur ein einziges Mal eine Ausnahme machte und uns doch verriet, was Hredot denn nun wirklich widerfahren war. Die Angaben des außenstehenden Beobachters waren die folgenden.
.....Eine halbe Stunde vor seinem Verschwinden war Hredot zufällig einer Gruppe ausländischer Touristinnen über den Weg gelaufen. Es handelte sich um einige energische und sogar aggressive Frauen, die sofort dazu bereit gewesen waren, ihre Rechte zu verteidigen, auch wenn sie ihnen in dem Moment niemand wirklich aberkennen wollte. Vor einigen Tausend Jahren gab es für diese Sorte von Frauen einen ganz speziellen Begriff, allerdings konnte sich derzeit niemand mehr an ihn erinnern. Unglücklicherweise hatte Hredot gerade seinen dritten großen Namen „F-DBFDM“ auf seinem Rücken stehen, welchen die Touristinnen für sich selbst sehr flott als „Frau – Der Beste Freund Des Menschen“ aufschlüsselten. Daraufhin landete Hredot mit einem Stein am Halse auf dem Grund des Stadtflusses, was aber, wie ohnehin allen schon bekannt ist, leider niemand so detailliert bemerkte.
.....Und die Moral von der Geschichte, Junge, sei vorsichtig, was du mit deinen Äußerungen manchen Mädchen gegenüber meinst. Sei auch vorsichtig, was du mit deinen Äußerungen manchen Mädchen gegenüber nicht meinst. Und vor allem sei vorsichtig, ob du mit deinen Äußerungen manchen Mädchen gegenüber überhaupt irgendetwas meinst. Nach dem du nun also vorsichtig bist, sollst du wissen, dass es meistens total egal ist, welche von den genannten drei Optionen genau du mit deinen Äußerungen manchen Mädchen gegenüber meinst. Also sieh einfach zu, wie du manchmal rechtzeitig wegkommst, denn sonst ist es um dich geschehen. Ja, das war’s. Das war das Wichtigste. Versucht bitte nicht noch mehr in diese Geschichte hineinzuinterpretieren, denn glaubt mir, mehr ist da nicht.
Schnitt.

Fejwin, 20.06.2008

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| ............. Prosa ................ | ............ Lyrik ............. |
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|....--> Die kleine Polly <-- | .. ---> Ozean <---......|
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|. ---> Die Prinzessin <--- |. ---> Mein Kind <--- .|
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|.......---> IdWafeg <---......|..---> Verdammt <---..|
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☆☆☆☆☆
In those days spirits were brave, the stakes were high, men were real men, women were real women,
and small furry creatures from Alpha Centauri were real small furry creatures from Alpha Centauri.
..................................................................................................................................................- Douglas Adams


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