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Der Don
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 Betreff des Beitrags: Die Leiden des jungen Werthers
BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 13:49 
Johann Wolfgang von Goethe - Die Leiden des jungen Werthers

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Inhalt:
Werther, der aus bürgerlichen Verhältnissen stammt, verläßt sein zuhause, um Erb- schaftsangelegenheiten für seine Mutter zu regeln. Schon bald vernachlässigt er jedoch seine Aufgaben und bringt seine Zeit mit dem Genießen seiner Umgebung, langen Nachmittagen im Gras bei. Er schließt schnell Freundschaft mit den netten Menschen, die sein "Paradies" bevölkern. Von neuen Bekanntschaften zu einem Ball eingeladen, lernt er auf der Fahrt dorthin Lotte kennen und verliebt sich vom ersten Augenblick an in sie, obwohl er weiß, dass sie bereits verlobt ist. Während eines Ge- witters auf dem Ball, wird beiden ihre Zuneigung klar, als sie an ein Gedicht von Klop- stock denken müssen. In der folgenden Zeit besucht Werther Lotte nahezu täglich und verlebt in ihrer Nähe glückliche Stunden.
Als jedoch Albert, Lottes Verlobter, von seiner Reise zurückkehrt, wandeln sich Wer- thers Empfindungen für Lotte von "Glückseligkeit" zur "Quelle seines Unglücks", da ihm durch Alberts Anwesenheit immer deutlicher wird, dass seine Liebe aussichtslos bleiben muss, dass Lotte seine Gefühle nie erwidern können wird. Zwar ist Albert dem jungen Werther wohlgesinnt, aber ihre Beziehung bleibt stets zwiespältig, da zusätzlich zu ihrer beider Liebe für Lotte sich auch noch grundverschiedene Wertvorstellungen herauskristallisieren. Werther erkennt in seinen Briefen, dass seine starke Empfin- dungen für Lotte ihn zum Verhängnis werden können, da das Gefühl absoluter Liebe einseitig bleibt, und beschließt, sie zu verlassen.
Eine Gesandtentätigkeit für einen Herzog soll Werther örtlich, gedanklich und gefühlsmäßig aus Lottes Bann lösen. Seine Anstrengungen, in der Gesellschaft der Adeligen als Bürgerlicher Anschluß zu finden und Erfolg zu haben, scheitern an den einengenden Verhältnissen der Stände.
Es zieht Werther wieder zu Lotte zurück. Diese ist nun allerdings schon mit Albert verheiratet. Werthers Zustand wird durch diese schier unüberwindliche Barriere für seine unbedingte Liebe zu Lotte immer labiler. Sein Verstand ist nicht in de Lage, seinen Gefülen Einhalt zu gebieten. Eines Abends besucht Werther Lotte in Abwe- senheit Alberts. Er umarmt und küßt sie leidenschaftlich und wirft sich vor ihr nieder.  Lotte reißt sich jedoch los und schließt sich ein, um nicht den Annäherungen Werthers nachzugeben.
In seiner Verzweiflung vollendet Werther einen Abschiedsbrief, den er schon früher begonnen hatte, leiht sich von Albert unter einem Vorwand Pistolen und erschießt sich.
(Quelle)

Eigene Meinung:
Vor zwei Jahren haben wir den Briefroman im Deutschunterricht besprochen und heute ist er mir durch Zufall bei den Vorbereitungen für das Abitur noch einmal in die Hände gefallen. Ich muss sagen, dass mir dieses Werk wirklich ausgesprochen gut gefällt, obwohl ich ansonsten mit Texten von Goethe nicht besonders viel anfangen kann. Dieses mag vielleicht daran liegen, dass Werther aus Goethes Sturm und Drang-Phase stammt und nicht viel mit seinen klassischen Romanen oder Dramen zu tun hat. Zugegeben: Alles an Werther ist übertrieben und ins extremste übersteigert. Man könnte sagen, dass er der erste prominente Emo der Welt gewesen ist. Ich meine - wer hat sich vor ihm umgebracht und das alles nur wegen einer Frau? Trotzdem oder vielleicht gerade wegen dieser absoluten Leidenschaft, die das Handeln des jungen Mannes bestimmt, hat mir der Prosatext damals gut gefallen und gefällt mir auch heute noch gut. Fast würde ich sogar sagen, dass es sich um die beste Schullektüre überhaupt handelt, würde es da nicht noch die romantischen Texte von Hoffmann geben, die mir nochmal um einiges mehr zusagen.

Das komplette Werk gibt es kostenlos bei Projekt Gutenberg zum Nachlesen im Internet.

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BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 13:56 
Für 'Die Leiden des jungen Werther' konnte ich mich nicht wirklich begeistern. Mag es nun an der Tatsache liegen, dass es eine Schullektüre war und unter Zwang zu lesen wahrscheinlich nie ganz so fein ist, wie aus freien Stücken, oder einfach daran, dass mir die Thematik nicht ganz so zugesagt hat. Für mich etwas zu wenig Handlung (und die, die es gibt ist auch nicht das Wahre) und die altertümliche Schreibweise derartiger Bücher hat mich schon immer genervt.

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Yoji
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BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 17:39 
Ach ja, der gute alte Werther. Darüber hab ich eine meiner besten Klausuren geschrieben (ausnahmsweise mal).
So richtig begeistern konnte ich mich nie für diesen schwungvollen Roman, obwohl er hin und wieder für Lacher oder Trauer sorgte. Spannung weckte bei mir eigentlich nur das Ende, die letzten Seiten vor seiner "schicksalhaften" Tat. Das meiste aber war zwar ansehnlich geschrieben, streckte sich aber zu sehr in die Länge. Und ehrlich gesagt ist mein Interesse zur Natur gleich Null, weswegen ich bei seinen phantasievollen Natur-Exzessen beinahe eingeschlafen bin.

Erwähnesnwert wäre vielleicht noch, dass "Die Leiden des jungen Werther" Goethes erstes, gleichzeitig aber auch bestes Werk war. Zumindest hat er sich weitaus besser verkauft als beispielsweise "Faust".
Zwar war dies kein Selbstportait oder ähnliches, aber Goethe ist auch ähnliches wiederfahren wie dem jungen Werther. Auch Goethe hatte sich unsterblich in eine bereit vergebene junge Dame verliebt, doch war ihm klar, dass diese Liebe nicht realisierbar ist, drum ist er weggezogen und hat eine andere geheiratet. Naja, die erste Inspiration diesen Roman zu verfassen bekam Goethe vom Mann seiner alten Liebe, der ihm Briefe (u.a. auch den Abschiedsbrief) eines Mannes überbrachte, der sich für eine Frau umbrachte. So konnte er seine eigenen Leiden mit denen des anderen Mannes kombinieren und innerhalb weniger Wochen/Monate sein Werk veröffentlichen.

Bin mir aber nicht sicher ob dies 100%ig so gewesen ist...

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He who binds to himself a joy
Does the winged life destroy
But he who kisses the joy as it flies
Lives in eternity’s sun rise

(Eternity, William Blake)


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Der Don
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BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 17:44 
NutZz hat geschrieben:
Naja, die erste Inspiration diesen Roman zu verfassen bekam Goethe vom Mann seiner alten Liebe, der ihm Briefe (u.a. auch den Abschiedsbrief) eines Mannes überbrachte, der sich für eine Frau umbrachte. So konnte er seine eigenen Leiden mit denen des anderen Mannes kombinieren und innerhalb weniger Wochen/Monate sein Werk veröffentlichen.
Bin mir aber nicht sicher ob dies 100%ig so gewesen ist...

AFAIR war es keine ihm unbekannte Person, sondern ein Freund von ihm, der den Namen Herr Jerusalem trug. Bin mir aber ebenfalls nicht sicher. Aber ja, Werther hat viele autobiographische Züge.

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Gnu-Hirte
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BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 17:56 
Hmm... Ich muss für die Schule ein Refferat abgeben über dieses Buch.
Ich muss auch zugeben, dass dieses Buch mich nicht viel interessiert...


Zuletzt geändert von Cobra am Do Jan 19, 2006 21:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Keyblade Wielder
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BeitragVerfasst: Do Jan 19, 2006 19:33 
Zitat:
Zwar war dies kein Selbstportait oder ähnliches, aber Goethe ist auch ähnliches wiederfahren wie dem jungen Werther.
Etliche Hinweise sind in dem Werk zu finden; nicht nur vor, auch nach der Fertigstellung gibt es Parallelen zwischen den beiden, auch wenn Goethe betont hat, das Extreme an Werther nicht als Vorbild zu nehmen.

Nun, ich betitele Werther öfters als Verrückten, auch wenn einiges gar nicht mal so abwegig ist. Im Vergleich zu anderen Schultexten muss ich aber sagen, dass mich Werther außerordentlich fasziniert hat.

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Wolkenmaler
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BeitragVerfasst: Sa Jun 09, 2007 9:41 
Omg, ein sehr altes Thema! xD
Naja, ich war auf einem Streifzug durch's Litertaurforum und bin zufällig drauf gestoßen.  :)

Ich persönlich fand "Die Leiden des jungen Werther" eigentlich garnicht so schlecht.
Obwohl auch ich finde, dass es sich an manchen Stellen etwas in die Länge gezogen hat und die altertümliche Schreibweise als auch der Bezug zur Natur nicht unbedingt mein Geschmack sind, fand ich es insgesamt doch sehr ansprechend.

Ich finde es z.B. nicht schlimm, dass das Verhalten als auch der Charakter des Werthers so extrem und übersteigert dargestellt wird. Im Gegenteil finde ich, dass dadurch zum Ausdruck gebracht wird, wie man emotional erschüttert ist, wenn man von der Liebe enttäuscht wird oder sie unerreichbar scheint. Hier finde ich den Stil, die Geschichte in sehr persönlichen Briefen darzustellen, absolut gut gewählt. Der Werther offenbart so alles...es ist eigentlich eine reine Reflektion seinen Innenlebens, dass mit der erblühenden oder schwindenen Liebe steht und fällt. Ich persönlich kann die Gedanken des Werthers auf eine bestimmte Art gut nachvollziehen...und denke, dass das den speziellen Charme diese Buches ausmacht. Es geht um das, was jeder schon in großem oder kleinen Stil erlebt hat, um Liebe und die leider oft damit verbundenen Entäuschung.
Insgesamt fand ich's, wie schon gesagt, irgendwie toll.

Edit: Und wenn ich demnächst noch hundert mal ich finde oder ich fand schreibe, werde ich mich eigenhändig erwürgen. xD

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Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er von Ziel besessen ist. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben.


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Alex
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BeitragVerfasst: Do Jul 19, 2007 17:21 
Also als Buch fand ich die Leiden des jungen Werthers net schlecht.

Man konnte sich richtig in den armen Mann reinversetzen.
Dennoch ist es ein relativ altes Buch, was heutzutage kaum mehr gerne gelesen wird.
Aus verständlichem Grunde, wie ich finde.
Man ist von grundauf, zumindest als Schüler, in den meisten Fällen solcher Literatur abgeneigt und hat keine Lust solchen, entschuldigt meinen Ausdruck, Mist zu lesen.

Er ist im Vergleich zur heutigen Literatur einfach nicht mehr ansprechend genug, wenn man sich nicht aus freien Stücken für Literatur im geschichtlichen Sinne interessiert.

Die veraltete Schreibweise, das unverständliche Geschreibe gefällt ihnen nicht.
Daraus folgt bei vielen ein generelles Desinteresse, was in Nichtlesen der Lektüre, bzw. flüchtiges Überfliegen führt.

Man muss die heutige Jugend auf anderem Wege zu dieser Art Literatur führen, dann würde sie eventuell auch wieder Gefallen daran finden  ;)


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Sayjaman
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BeitragVerfasst: Mo Aug 06, 2007 16:17 
ich hab das buch "das leiden des jungen w."
is des des vom goethe?


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BeitragVerfasst: Mo Aug 06, 2007 16:24 
Wie du der ersten Zeile des ersten Posts und dem Untertitel des Threads entnehmen kannst ist es tatsächlich von Goethe.


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BeitragVerfasst: Mo Aug 06, 2007 16:27 
Zitat:
ich hab das buch "das leiden des jungen w."
is des des vom goethe?


Das sollte doch auf dem Deckblatt stehen :rolleyes:

Wenn du allerdings ''die NEUEN Leiden des jungen W.'' meinst, das ist von Ulrich Plenzdorf und orientiert sich an Goethes Werk.


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Alex
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BeitragVerfasst: Sa Nov 03, 2007 21:48 
also ich fand "die leiden des jungen werther" auch ganz schön, war auf ne art und weise geschreiben, die man meiner meinung nach nur schwer missverstehen kann ^^

wir ham damals nen ausflug nach wetzlar gemacht und uns bei ner führung diesen ort an dem goethe ja eine zeit lang lebte angeschaut und man kann einiges wiedererkennen, vor allem der kleine ort in der nähe von wetzlar, hab den namen grad vergessen ^^

zuguterletzt bleibt nur noch zu sagen: "KLOPPSTOCK!" XD

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"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche."
-Ernesto "Chè" Guevara

The road goes ever on and on...


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BeitragVerfasst: Fr Nov 23, 2007 0:20 
So eine arme Sau. Welch ein sinnloser Tod. Liebe gibt es nicht. Insofern ist es wohl den Sitten geschuldet, dass die Zwei nicht zwudeln durften. Notdürftig als Gesellschaftskritik auslegbar. Goethes Glück war, dass seine Schemata damals noch nicht abgedroschen waren, sondern er Urheber quasi aller Klischees moderner Songtexte ward.  Aber Ficken hätte mehr Spaß gemacht.

P.S.: Jaja, ich weiß, unqualifizierte Polemik, und Jahre ist es auch schon her, dass ich dies las - und ja, eingebettet in den historischen Kontext war es kein Kitsch, philosophisch bewundernswert fundiert (glaube ich; ich durchschaue es jedenfalls bis heute nicht, auch wenn ich kein Maßstab bin) und es hat eine bemerkenswerte Szene: Das Gespräch zwischen Werther und Lottens Philister über den Suizid  - ich denke jedoch, zuerst einmal ganz intuitiv, dass sie beide Unrecht haben. Und es waren erst die Leser, die aus dem Roman machten, was er wurde: Begründer eines Merchandise-Universums. Insofern ist Goethe eigentlich der Erfinder des Geistes der Musik, also des Emotums.

Warum "muss" man denn jemanden dazu nötigen, Gefallen an Literatur zu finden? Das ist meiner Meinung nach ein Stilzwang und allenfalls dikatorisch. Eine nicht mehr zeitgemäße Sprache ist genau das: Nicht mehr zeitgemäß, und sie muss sich am Heutigen messen. Wer für sich einen weiteren Horizont reklamieren will, soll das tun, aber bitte nicht anderen aufdrängen.


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van Katzenraub
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BeitragVerfasst: Sa Nov 24, 2007 13:48 
Zwar ist es auch bei mir schon einige Zeit her, dass ich das Werk das letzte mal las, doch stimme ich mit dir in vielen Punkten der ersten beiden Absätze überein, selbst wenn ich anmerken muss, dass ich im Bezug auf den Geist der Musik mich eher an Nietzsches Geburt der Tragödie halte.
Was mich jedoch ein wenig skeptisch schauen lässt, ist dein letzter Absatz, da ich momentan nicht genau rekonstruieren kann, auf wen dieser sich beziehen soll. Einen speziellen Menschen? Einen Beitrag in diesem Thread? Das allgemeine Schulwesen?
Aber um es kurz zu machen:

I. Finde ich es gut, Kinder und Jugendliche eines speziellen Alters mit Literatur zu konfrontieren, wenn auch in einem eher erzwungenen Ramen unter didaktischer Anleitung, denn nur so kann sich so etwas wie ein Grundverständnis entwickeln und die Bereitschaft für spätere Lebensjahre gefördert werden, um selbst mal nach einem Buch zu greifen - oder genau dies zu unterlassen.

II. Sehe ich eine antiquierte Sprache durchaus oft als noch zeitgemäß an. Dabei mag es jedoch sein, dass wir zwei verschiedene Definitionen von zeitgemäß haben. Meine bezieht sich wohl mehr auf den, durch die Sprache entspringenden Inhalt; nach deiner sollte man womöglich sogar alte Werke komplett in eine gegenwartsübliche Sprache gewanden, um nicht Gefahr zu laufen, einen von dir so geächteten "weiteren Horizont" (in den Augen anderer ?) zu beanspruchen und sich "aufzudrängen", wenn man mal öffentlich mit einer alten Scharteke unter dem Arm herumrennt.
Sicher war Goethe kein großer Prosaschreiber (naja, außer vielleicht die Wahlverwandtschaften, die sind genehm) und Hegel versteht man selbst mit Anstrengung kaum, doch bedeutet das doch nicht, dass man sich eher mit einer zeitgemäßen Sekundärausgabe vergnügen soll, nur weil man für sich selbst am Inhalt des Gesagten Interesse zeigt und sich diese Sprache "am Heutigen messen" lässt.

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BeitragVerfasst: Do Nov 29, 2007 18:41 
Yuna hat geschrieben:
Goethes Glück war, dass seine Schemata damals noch nicht abgedroschen waren, sondern er Urheber quasi aller Klischees moderner Songtexte ward.


Was, wenn das nicht sein Glück, sondern genau das Feingefühl war, welches ihn berühmt machte? Man muss ja nicht immmer alles so negativ darstellen. :/

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