RPG-Maker Quartier

Hier dreht sich alles um die RPG-Maker-Reihe von ASCII/Enterbrain. Der RPG-Maker ist ein Tool, mit dem du dir dein eigenes kleines Rollenspiel erstellen kannst. Du findest hier alles, was du dazu brauchst. Aber natürlich umfasst die Community noch mehr!
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Yoji
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BeitragVerfasst: Do Apr 17, 2008 18:57 
Um mal etwas Schwung in die alte Stube zu bringen und weil im ProLy so gerne interpretiert wird, poste ich hier einen kurzen, knackigen und interessanten Text, den ihr deuten sollt. Gerne dürfen Deutungsansätze von anderen übernommen, unterstützt oder entkräftigt werden, wobei jedem klar sein sollte, dass es keine richtige oder falsche Interpretation gibt. Also solche Dinge wie "meine Interpretation ist besser als deine" bitte bleiben lassen. Immerhin soll hier auch darüber diskutiert werden. Evtl. werde ich das erweitern und einen eigenen Thread eröffnen, der sich mit dem Thema "Deuten" an sich beschäftigt, schließlich gibt es auch vollkommen gegensätzliche wissenschaftliche Theorien, sodass man diese gegenüberstellen und gegeneinander ausspielen kann. Aber soweit sind wir noch nicht...

Vielleicht kennt ja der ein oder andere die hier besprochene Kalendergeschichte:

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J. P. Hebel - Seltsamer Spazierritt

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. Kommt ein Wanderer und sagt: "Das ist nicht recht, Vater, dass Ihr reitet und lasst Euren Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder." Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: "Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und deinen Vater zu Fuß gehen lässt. Du hast jüngere Beine." Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: "Was ist das für ein Unverstand, zwei Kerle auf einem schwachen Tier. Sollte man nicht einen Stock nehmen, und euch beide hinabjagen?" Da stiegen beide ab und gingen dritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn, und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: "ihr seid drei kuriose Gesellen. Ist's nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht's nicht, leichter, wenn einer von euch reitet?" Da band der Vater dem Esel die vordern Beine zusammen, und der Sohn band ihm die hintern Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim.

So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

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Ich verzichte jetzt noch auf eine eigene Interpretation. Dazu fehlt mir im Moment die Zeit und die Lust, aber ich denke, ihr wisst wie das von statten läuft.

Haut rein!!

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Der Don
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BeitragVerfasst: Di Apr 22, 2008 12:33 
Nun, äh, das Ganze scheint ja nicht sehr kryptisch zu sein, was klar ist, denn es ist ja eine Kalendergeschichte und diese waren ja darauf aus, eine kleine Moral für jedermann zu bieten. Und deshalb - ich kann mich täuschen - bietet diese Geschichte doch nicht viel mehr Interpretation als es der abschließende Satz aufzeigt, oder nicht?
So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Ja, es geht wohl darum, dass man es nie allen recht machen kann und letztlich auch nicht soll, weil man ja sonst eher Einbußen zu verzeichnen hat, etc.


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Yoji
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BeitragVerfasst: Mi Apr 23, 2008 9:27 
Also, man kann da schon viel weiter denken. Bsp.:

Wieso nehmen der Vater und der Sohn zum Schluss den Esel auf ihre Schultern? Es könnte ja wieder der Vater oder der Sohn auf den Esel steigen. Das würde zur folge haben, dass sie dem Kreislauf, in dem sie stecken, nicht entronnen wären. Wär also meint, die beiden wären dumm oder dergleichen, der irrt sich, immerhin sind die beiden so kreativ, dass sie dem Kreislauf zu entrinnen versuchen.
Dann kann man noch erwähnen, dass sich Vater und Sohn im Verlauf der Geschichte zum Esel degradieren lassen, sprich seine Arbeit übernehmen und der Esel praktisch zum begünstigten wird. Und die Moral von der Geschicht'? Der Esel ist der, der es allen will recht machen.
Dann wäre noch ein eventueller Punkt der, dass ihnen noch ein weiterer Wanderer über den Weg laufen und fragen könnte, warum sie denn so dämmlich seien und den Esel tragen. Wie würden sie oder der Leser darauf reagieren?
Dann noch der Punkt, dass erst der abschließende Satz dem Text eine "endgültige" Bedeutung zuflößt. Ohne diesen wäre das spektrum der Interpretation noch viel größer. Warum sollte es auch so nicht weitläufig sein?

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Wolkenmaler
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BeitragVerfasst: Di Apr 29, 2008 17:10 
Sicherlich kann man das interpretieren. Aber ich finde das nicht unbedingt sinnig. Der letzte Satz ist ja vorhanden und damit eigentlich auch die Intention. Man muss diese ja nicht verbiegen oder breitschlagen. Dort steht zwar "Soweit kanns kommen,..", was an sich ja keine konkrete Aussage ist und deswegen theoretisch Spielraum für Interpretationen liese...ich denke aber, dass jedem Leser das Paradoxe am Text ersichtlich ist und die ständige Anpassung wegen der Kritk der Wanderer zu einer eigentlich sinnlosen Tat führt.

Ich kenn' die Geschichte mit einer zusätzlichen Person, nämlich der Frau, was aber letztlich nur zur Folge hat, dass es eine Variante mehr gibt.

zophrenik hat geschrieben:
Warum sollte es auch so nicht weitläufig sein?

Meiner Meinung nach, weil es einfach nicht die Absicht des Autors war, dort eine Vielzahl von komplexen Aussagen unterzubringen. (Das weiß ich natürlich nicht 100%ig ^^)

Die Message ist einfach, dass man es nicht allen Menschen recht machen kann und es deswegen manchmal einfach sinnvoll ist, so zu handeln, wie man es selbst für richtig hält.

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Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er von Ziel besessen ist. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben.


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